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DIN EN 1717 – Trinkwasserschutz in der Hausinstallation verständlich erklärt

Inhaltsverzeichnis

Die DIN EN 1717 ist die zentrale europäische Norm zum Schutz des Trinkwassers vor Verunreinigungen in Trinkwasser-Installationen. Sie legt fest, welche Sicherungsarmaturen erforderlich sind, um einen Rückfluss von verunreinigtem Wasser in das öffentliche Netz zu verhindern und gilt damit auch unmittelbar für leitungsgebundene Wasserspender in gewerblichen Betrieben. Wer einen Wasserspender im Unternehmen betreibt oder plant, muss die Anforderungen der DIN EN 1717 kennen und einhalten, um rechtliche Konsequenzen sowie gesundheitliche Risiken zu vermeiden.

Was ist die DIN EN 1717 und warum ist sie relevant?

Die DIN EN 1717 ist eine harmonisierte europäische Norm, die in Deutschland vom Deutschen Institut für Normung (DIN) übernommen wurde. Sie basiert auf dem europäischen Normungswerk CEN und wurde zuletzt mit der Ausgabe 2011 (DIN EN 1717:2011-08) grundlegend überarbeitet. Ihre Bedeutung liegt darin, dass sie den Stand der Technik für den Trinkwasserschutz definiert und dieser Stand der Technik ist in Deutschland rechtlich verbindlich: Die Trinkwasserverordnung (TrinkwV) verpflichtet Betreiber, Trinkwasser-Installationen nach den allgemein anerkannten Regeln der Technik zu errichten und zu betreiben. Die DIN EN 1717 gehört zu diesen anerkannten Regeln.

Für Unternehmen bedeutet das: Wer einen leitungsgebundenen Wasserspender, einen Kaffeevollautomaten mit Wasseranschluss oder eine vergleichbare Anlage betreibt, muss sicherstellen, dass die Installation den Vorgaben der Norm entspricht. Verstöße können zivilrechtliche Haftung, behördliche Auflagen oder im Schadensfall strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen.

Der Kerninhalt der DIN EN 1717: Schutz vor Rückfluss

Das zentrale Thema der Norm ist der Schutz des Trinkwassers vor dem sogenannten Rückfließen oder Rücksaugen von Nichttrinkwasser oder kontaminierten Flüssigkeiten in das öffentliche Trinkwassernetz. Dieser Rückfluss kann entstehen, wenn in einem Gebäude oder Gerät ein Unterdruck entsteht zum Beispiel durch Rohrbrüche, Löscharbeiten der Feuerwehr oder betriebliche Druckschwankungen. Ohne geeignete Sicherungsarmatur kann dabei Wasser aus Schläuchen, Tanks oder Geräten in die Trinkwasserleitung zurückgesaugt werden.

Um dieses Risiko zu klassifizieren und die passenden Gegenmaßnahmen zu definieren, arbeitet die DIN EN 1717 mit einem Flüssigkeitskategoriensystem. Dieses System unterteilt Flüssigkeiten in fünf Kategorien, von harmlos bis hochgefährlich:

Kategorie Beschreibung Beispiele
1 Trinkwasser direkt aus dem Versorgungsnetz Hauswasseranschluss
2 Wasser ohne unmittelbare Gesundheitsgefahr, aber mit veränderter Zusammensetzung Warmwasser über 25 °C, Rückfluss aus Heizkreisen
3 Wasser mit geringer gesundheitlicher Gefährdung durch schwach toxische Substanzen Wasser aus Anlagen mit lebensmittelechten Zusätzen
4 Wasser mit erheblicher gesundheitlicher Gefährdung Kühlwasser, Druckspüler in Laboren
5 Wasser mit mikrobiologischer oder chemischer Kontamination Kanalwasser, Industriechemikalien

Je nach Flüssigkeitskategorie schreibt die Norm eine bestimmte Sicherungsarmatur vor. Für Wasserspender in Unternehmen ist in der Regel mindestens Kategorie 3 anzunehmen, wenn dem Wasser Aromen oder Kohlensäure zugesetzt werden.

Sicherungsarmaturen nach DIN EN 1717

Die Norm listet eine Reihe von zugelassenen Sicherungsarmaturen auf, die je nach Flüssigkeitskategorie eingesetzt werden müssen. Zu den wichtigsten gehören:

  • Freier Auslauf (Typ AA, AB): Einfachste und sicherste Lösung, kein physischer Kontakt zwischen Trinkwasser und Ablauf. Geeignet bis Kategorie 5.
  • Rohrbelüfter (Typ CA, CB): Verhindert Rücksaugen durch Luftzufuhr bei Druckabfall. Einsatz bis Kategorie 3 bzw. 4.
  • Rohrtrenner (Typ BA, CA): Mechanische Unterbrechung bei Druckabfall, geeignet für mittlere Gefährdungsklassen.
  • Systemtrenner (Typ BA): Besonders zuverlässig, auch für höhere Gefährdungsklassen, häufig in gewerblichen Anlagen eingesetzt.
  • Rückflussverhinderer (Typ EA, EB): Günstigste Lösung, jedoch nur für Kategorie 2 zugelassen, dies ist bei Wasserspendern in der Regel nicht ausreichend.

Wichtig: Die Armatur muss entsprechend der höchsten vorkommenden Flüssigkeitskategorie in der gesamten Installation ausgewählt werden, nicht nur bezogen auf das einzelne Gerät.

DIN EN 1717 und leitungsgebundene Wasserspender – was gilt konkret?

Leitungsgebundene Wasserspender, wie sie heute in vielen Büros, Hotels, Kliniken und Produktionsstätten eingesetzt werden, zählen zu den Entnahmestellen, die unter die DIN EN 1717 fallen. Die Anforderungen hängen vom jeweiligen Modell und der Art der Wasseraufbereitung ab:

  • Stille Wasserspender ohne Zusätze: In der Regel Flüssigkeitskategorie 2–3; ein geprüfter Rückflussverhinderer oder Rohrbelüfter kann ausreichen.
  • Wasserspender mit Kohlensäure (Sprudelwasser): CO2 gilt als schwach toxisches Additiv, mindestens Kategorie 3; empfohlen wird ein Rohrtrenner oder Systemtrenner.
  • Wasserspender mit Aromazusätzen: Abhängig vom Zusatz Kategorie 3 oder höher; eine professionelle Planung durch einen zugelassenen Fachbetrieb ist erforderlich.
  • Heißwasserfunktion: Hohe Temperaturen können hygienische Risiken begünstigen; Sicherungsarmaturen müssen hitzebeständig und normkonform sein.

Alle namhaften Wasserspender-Anbieter in Deutschland liefern ihre Geräte mit normkonformen Anschlusssets. Dennoch liegt die Installationsverantwortung beim Betreiber bzw. beim beauftragten Fachbetrieb. Eine eigenmächtige Installation durch nicht qualifiziertes Personal ist unzulässig.

Betreiberpflichten: Kein Bestandsschutz bei DIN EN 1717

Ein verbreitetes Missverständnis ist die Annahme, dass ältere Installationen unter Bestandsschutz fallen und nicht nachgerüstet werden müssen. Dies ist nach herrschender Rechtsauffassung nicht korrekt. Die Trinkwasserverordnung verpflichtet Betreiber kontinuierlich zur Einhaltung der allgemein anerkannten Regeln der Technik, unabhängig davon, wann die Anlage errichtet wurde. Wird eine Anlage nachträglich geprüft und entspricht sie nicht der aktuellen DIN EN 1717, besteht eine Nachbesserungspflicht.

Dies gilt insbesondere für folgende Situationen:

  • Umbau oder Erweiterung der Trinkwasser-Installation
  • Aufstellung eines neuen leitungsgebundenen Wasserspender
  • Änderung des Nutzungskonzepts (z. B. Einsatz in einer Arztpraxis oder einem Lebensmittelbetrieb)
  • Hygienebegehungen durch Gesundheitsbehörden oder Versicherer

Planung und Installation: Was Unternehmen beachten müssen

Die fachgerechte Installation eines leitungsgebundenen Wasserspenders nach DIN EN 1717 umfasst mehrere Schritte:

  1. Gefährdungsbeurteilung: Bestimmung der Flüssigkeitskategorie des geplanten Geräts und der angrenzenden Anlagenteile.
  2. Armaturenauswahl: Auswahl der passenden Sicherungsarmatur gemäß der ermittelten Kategorie.
  3. Fachgerechte Installation: Durchführung durch einen zugelassenen SHK-Fachbetrieb (Sanitär, Heizung, Klima).
  4. Dokumentation: Schriftliche Dokumentation der Installation sowie der verwendeten Armaturen und Materialien.
  5. Regelmäßige Wartung: Sicherungsarmaturen und Filter müssen in angemessenen Intervallen geprüft und gewartet werden.

Viele Wasserspender-Anbieter bieten All-inclusive-Pakete an, die Installation, Wartung und Filterwechsel bereits enthalten. Dies erleichtert die Normenkonformität erheblich und entlastet den Betreiber von der eigenständigen Koordination dieser Maßnahmen.

DIN EN 1717 in der Praxis: Wasserspender-Anbieter im Vergleich

Führende Anbieter leitungsgebundener Wasserspender in Deutschland stellen die Normkonformität nach DIN EN 1717 in der Regel sicher, jedoch mit unterschiedlichem Serviceumfang:

Anbieter Modellvielfalt Installation & Wartung Hygienekonzept Preismodell
Culligan Sehr groß (Gallonen + leitungsgebunden) Inklusive, bundesweiter Service UV-C, Firewall® Ab ca. 21 €/Monat
Welltec Sehr groß (30–120 l/h) Auf Anfrage Filteranlage, Touchbedienung Angebot auf Anfrage
Coffee Perfect Mittel (30–50 l/h) Inklusive im Mietmodell Filter + UV-C, Selbstreinigung Ab ca. 1,99 €/Tag
Tchibo Begrenzt In Leasing/Miete enthalten Filter + UV-C Preis auf Anfrage
Pagatec Klein (Tischgeräte) Teilweise inklusive App-Steuerung, Filterservice Leasing ab ca. 69,90 €/Monat

Culligan hebt sich insbesondere durch sein umfassendes Servicekonzept und das proprietäre Firewall®-Hygienekonzept hervor, das über die Mindestanforderungen der DIN EN 1717 hinausgeht. Welltec eignet sich besonders für größere Betriebe und die Gastronomie, die hohe Durchflussleistungen benötigen. Für kleinere Unternehmen und Start-ups bieten Coffee Perfect und Pagatec flexible Einstiegslösungen.

Fazit: DIN EN 1717 als Sicherheitsstandard für Ihren Betrieb

Die DIN EN 1717 ist keine abstrakte Norm, sondern ein praxisrelevantes Regelwerk, das den Schutz der Gesundheit und der Trinkwasserqualität in jedem Unternehmen sicherstellt. Wer einen leitungsgebundenen Wasserspender betreibt, kommt an einer normkonformen Installation und regelmäßigen Wartung nicht vorbei und das unabhängig davon, wie alt die bestehende Anlage ist. Die gute Nachricht: Mit dem richtigen Anbieter und einem professionellen Miet- oder Leasingmodell werden Normenkonformität, Wartung und Hygiene als Gesamtpaket abgedeckt.

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FAQ – Häufige Fragen zur DIN EN 1717

Ist die DIN EN 1717 für meinen Betrieb verpflichtend?

Ja, mittelbar. Die Trinkwasserverordnung (TrinkwV) verpflichtet Betreiber, Trinkwasser-Installationen nach den allgemein anerkannten Regeln der Technik zu errichten und zu betreiben. Die DIN EN 1717 ist als harmonisierte Norm Teil dieses Regelwerks und gilt damit als verbindlicher Mindeststandard, auch für gewerbliche Betriebe, die leitungsgebundene Wasserspender für Firmen einsetzen.

Welche Sicherungsarmatur brauche ich für einen Wasserspender mit Kohlensäure?

Wasserspender mit Kohlensäurezusatz werden in der Regel der Flüssigkeitskategorie 3 zugeordnet, da CO2 als schwach toxisches Additiv gilt. Gemäß DIN EN 1717 ist für Kategorie 3 mindestens ein Rohrtrenner oder ein gleichwertiger Systemtrenner erforderlich. Ein einfacher Rückflussverhinderer reicht in diesem Fall nicht aus. Die genaue Armaturenauswahl sollte ein zugelassener SHK-Fachbetrieb vor Ort festlegen.

Gilt Bestandsschutz für alte Wasserspender-Installationen, die nicht der DIN EN 1717 entsprechen?

Nein. Nach herrschender Rechtsauffassung gibt es bei Trinkwasser-Installationen keinen Bestandsschutz gegenüber den allgemein anerkannten Regeln der Technik. Betreiber sind verpflichtet, ihre Anlagen an den aktuellen Stand der Technik anzupassen, insbesondere bei Umbaumaßnahmen, Gerätewechsel oder bei behördlichen Kontrollen durch das Gesundheitsamt.

Können Wasserspender-Anbieter die DIN EN 1717-Konformität garantieren?

Seriöse Anbieter wie Culligan, Welltec, Coffee Perfect, Tchibo oder Pagatec liefern Geräte, die für eine normkonforme Installation konzipiert sind. Die tatsächliche Konformität hängt jedoch von der fachgerechten Installation durch einen zugelassenen Fachbetrieb ab. Bei Miet- oder Leasingmodellen mit Full-Service übernimmt der Anbieter häufig sowohl Installation als auch laufende Wartung und damit auch die Verantwortung für die Normenkonformität im Betrieb.