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Mikroplastik im Wasserspender: Risiko oder Mythos?

Inhaltsverzeichnis

Mikroplastik in aller Munde – auch beim Trinkwasser?

Kaum ein Umweltthema wird derzeit so intensiv diskutiert wie Mikroplastik. Auch beim Trinkwasser stellen sich viele Unternehmen die Frage: Enthält das Wasser aus unserem Wasserspender Mikroplastik – und wenn ja, ist das gefährlich? Wir ordnen den aktuellen Stand der Wissenschaft ein und zeigen, worauf Sie bei der Wahl Ihres Wasserspenders achten können.

Was ist Mikroplastik – und wie gelangt es ins Trinkwasser?

Als Mikroplastik bezeichnet man Kunststoffpartikel, die kleiner als fünf Millimeter sind. Sie entstehen zum Beispiel durch den Abbau größerer Plastikteile, durch Abrieb von Textilien oder Reifen und werden über verschiedene Wege in den Wasserkreislauf eingetragen. Zu den relevantesten Eintragspfaden zählen laut Weltgesundheitsorganisation (WHO):

  • Oberflächenabfluss und Abläufe aus Kläranlagen
  • Überläufe aus Mischkanalisationen bei Starkregen
  • Industrielle Abwässer
  • Zerfallener Kunststoffmüll in der Umwelt
  • Atmosphärische Ablagerungen, also Mikroplastik, das über die Luft transportiert wird

Am häufigsten finden sich dabei Partikel aus Polyethylenterephthalat (PET) und Polypropylen (PP) – beides Kunststoffe, die auch in Verpackungen und Gallonen-Wasserflaschen zum Einsatz kommen.

Was sagt die Wissenschaft: Risiko oder Mythos?

Die WHO hat in einem aktuellen Bericht rund 50 Studien zum Thema Mikroplastik im Trinkwasser ausgewertet. Das Ergebnis fällt nüchterner aus, als es die mediale Debatte vermuten lässt: Es gibt derzeit keine verlässlichen Belege für ein Gesundheitsrisiko durch die im Trinkwasser üblicherweise gefundenen Mikroplastik-Mengen. Gleichzeitig räumt die WHO ein, dass die Datenlage noch lückenhaft ist – es wurden bislang kaum epidemiologische Studien oder Humanstudien zur tatsächlichen Aufnahme von Mikroplastik durchgeführt.

Die ehrliche Antwort auf die Frage „Risiko oder Mythos?“ lautet also: Weder das eine noch das andere. Nach heutigem Wissensstand gibt es keine Entwarnung, aber auch keinen Beleg für eine akute Gefahr. Die WHO fordert deshalb weitere Forschung – etwa einheitliche Messmethoden und bessere Toxizitätsdaten – bevor verlässliche Aussagen möglich sind.

Warum das Thema für Wasserspender im Unternehmen trotzdem relevant ist

Auch wenn die wissenschaftliche Lage noch offen ist, lohnt sich für Unternehmen ein Blick auf die Systemwahl – schon aus Vorsorgeprinzip und weil es Kunden und Mitarbeitende zunehmend nachfragen. Der entscheidende Unterschied liegt im Materialkontakt:

  • Gallonen-Wasserspender: Das Wasser lagert über längere Zeit in Kunststoffgebinden (meist PET), oft zusätzlich Licht und Wärme ausgesetzt. Das kann den Übergang von Kunststoffpartikeln begünstigen, insbesondere wenn Gallonen wiederverwendet oder falsch gelagert werden.
  • Leitungsgebundene Wasserspender mit Festwasseranschluss: Das Wasser kommt direkt aus der Trinkwasserleitung und hat deutlich weniger Kontakt mit Kunststoffoberflächen. Zapfstellen bestehen bei hochwertigen Geräten häufig aus Edelstahl.

Wer den Kunststoffkontakt seines Trinkwassers minimieren möchte, ist mit einem leitungsgebundenen System also grundsätzlich auf der vorsichtigeren Seite – unabhängig davon, wie sich die wissenschaftliche Bewertung von Mikroplastik in den kommenden Jahren entwickelt.

Was Unternehmen konkret tun können

Unabhängig von der offenen Forschungslage gibt es einfache Stellschrauben, mit denen Sie die Trinkwasserqualität an Ihrem Wasserspender zusätzlich absichern:

  • Auf Filtertechnik achten: Wasserspender mit Aktivkohle- oder Umkehrosmose-Filtern reduzieren neben Chlor und Schwermetallen auch Partikel im Mikrometerbereich.
  • Regelmäßige Wartung einhalten: Filter und Leitungen sollten nach Herstellervorgabe gewechselt und gewartet werden, damit sich keine Ablagerungen bilden.
  • Hygieneplan umsetzen: Eine regelmäßige Desinfektion des Geräts verhindert nicht nur Keimbelastung, sondern erhält auch die Materialqualität der Zapfstellen.
  • Auf langlebige Materialien setzen: Trinkgefäße aus Glas oder Edelstahl statt Einwegbechern reduzieren zusätzlichen Kunststoffkontakt am „letzten Meter“ zum Mitarbeitenden.

Fazit

Mikroplastik im Trinkwasser ist ein ernstzunehmendes Forschungsthema, aber nach aktuellem Stand kein belegtes akutes Gesundheitsrisiko. Unternehmen, die auf Nummer sicher gehen möchten, sollten dennoch leitungsgebundene Wasserspender mit hochwertiger Filtertechnik und einem klaren Wartungs- und Hygieneplan bevorzugen. So sind Sie unabhängig vom weiteren Forschungsstand gut aufgestellt – und können Mitarbeitenden und Kunden eine fundierte Antwort geben, statt nur zu spekulieren.