Start » Wasserspender Vergleich » Wissen rund um Wasserspender » Wasserspender nachhaltig nutzen, wie viel CO2 Betriebe gegenüber Flaschenwasser einsparen
Ein Wasserspender ist nachhaltig, wenn er Flaschenwasser ersetzt, denn Transport und Verpackung entfallen weitgehend. Laut Umweltbundesamt erzeugt das Trinken von Leitungswasser weniger als ein Prozent der Umweltbelastungen von Mineralwasser. Beim Wasserspender kommen Strom für Kühlung und Heißwasser, Filter, CO2 und die Herstellung des Geräts hinzu, diese Posten fallen aber deutlich geringer aus. Dieser Ratgeber zeigt, woher die Emissionen stammen, wie Sie die Einsparung für Ihren Betrieb nachvollziehbar berechnen und welche Angaben in einen Nachhaltigkeitsbericht gehören.
Die Klimabilanz eines Getränks entsteht entlang seines Weges. Beim Flaschenwasser gehören Gewinnung, Abfüllung, Verpackung, Transport zum Händler und in den Betrieb, Kühlung und die Rückführung von Leergut oder Einwegflaschen dazu. Beim Leitungswasser fällt der Großteil davon weg. Das Umweltbundesamt bezeichnet Leitungswasser als kostengünstigstes und umweltfreundlichstes Getränk und nennt weniger als ein Prozent der Umweltbelastungen von Mineralwasser.
Ein Wasserspender mit Festwasseranschluss nutzt genau dieses Leitungswasser. Er verbraucht Strom und muss hergestellt, gewartet und am Ende entsorgt werden. Diese Posten sind real, aber verteilt auf viele tausend Liter klein. Ein Gallonengerät liegt dazwischen, weil das Wasser abgefüllt und geliefert wird, die Gallonen aber meist Mehrwegbehälter sind. Eine Gegenüberstellung mit Kosten und Logistik finden Sie im Ratgeber Wasserspender oder Flaschenwasser.
Die Tabelle zeigt, an welchen Stellen Emissionen entstehen und wie sich die drei gängigen Versorgungswege unterscheiden.
| Posten | Flaschenwasser in Kisten | Gallonengerät | Leitungsgebundener Wasserspender |
|---|---|---|---|
| Transport | Abfüllung, Handel, Lieferung, Leergut zurück | Lieferung voller und Abholung leerer Gallonen | entfällt, nur Servicefahrten |
| Verpackung | Einweg oder Mehrweg aus PET oder Glas | Mehrweggallonen mit rund 19 Litern | keine, eigene Flaschen oder Gläser |
| Kühlung | Kühlschrank oder Getränkekühler | Kühlung im Gerät | Kühlung im Gerät |
| Abfall | Flaschen, Etiketten, Folien | gelegentlich Becher, Verschlusskappen | Filterkartuschen, CO2-Flaschen im Tausch |
| Arbeitszeit und Lagerfläche | Bestellung, Tragen, Lagern | Lagerung und Wechsel der Gallonen | gering |
Kühlung braucht in allen Varianten Energie. Der Unterschied liegt vor allem bei Transport und Verpackung, die beim leitungsgebundenen Gerät fast vollständig entfallen.
Wer ehrlich bilanziert, schaut auch auf die Seite des Wasserspenders. Vier Posten sind relevant.
Den Stromverbrauch senken Sie durch die richtige Ausstattung. Heißwasser in einem dauerhaft beheizten Tank kostet deutlich mehr Energie als ein Gerät, das nur kühlt. Die Kohlensäure für sprudelndes Wasser stammt meist aus Mehrweg-CO2-Flaschen, die getauscht und wieder befüllt werden. Ihr Anteil an der Bilanz ist gering, die Lieferung der Flaschen sollten Sie aber mit erfassen. Der Emissionsfaktor für Strom sinkt seit Jahren, laut Umweltbundesamt von 379 Gramm je Kilowattstunde im Jahr 2023 auf 344 Gramm im Jahr 2025. Aktualisieren Sie den Faktor deshalb jährlich, statt einen alten Wert fortzuschreiben. Werte und Sparhebel erklärt der Ratgeber Stromverbrauch von Wasserspendern.
Eine belastbare Zahl für Ihren Betrieb erhalten Sie nur mit eigenen Daten. Der folgende Rechenweg ist einfach genug für kleine Betriebe und nachvollziehbar für Prüfer.
Schätzen Sie die gezapfte Menge aus Personenzahl, Arbeitstagen und Erfahrungswerten oder lesen Sie sie aus dem Zählwerk des Geräts aus. Viele vernetzte Geräte zeigen die Menge direkt an.
Nehmen Sie den Jahresverbrauch aus dem Datenblatt oder messen Sie ihn mit einem Zwischenstecker. Multiplizieren Sie ihn mit dem Emissionsfaktor Ihres Stromtarifs oder dem Durchschnitt des Umweltbundesamts, für 2025 sind das 344 Gramm CO2 je Kilowattstunde.
Ergänzen Sie Angaben Ihres Wasserversorgers zur Trinkwasserbereitstellung sowie Filter, CO2 und Servicefahrten. Fragen Sie Ihren Anbieter nach Daten, viele haben sie für Großkunden vorbereitet.
Berechnen Sie, welche Emissionen dieselbe Menge Flaschenwasser verursacht hätte. Nutzen Sie dafür Emissionsfaktoren Ihres bisherigen Lieferanten oder anerkannter Datenbanken. Die Differenz ist Ihre Einsparung.
Das Beispiel zeigt den Rechenweg mit Annahmen, die Sie durch eigene Werte ersetzen. Angenommen, 20 Beschäftigte zapfen an 220 Arbeitstagen je einen Liter, das sind 4.400 Liter im Jahr. Das Datenblatt des Geräts nennt für dieses Beispiel 250 Kilowattstunden im Jahr.
Diesem Wert stellen Sie 4.400 Liter Flaschenwasser mit dem Faktor Ihres bisherigen Lieferanten gegenüber. Wer Ökostrom bezieht, setzt den Faktor des Tarifs an und senkt den Stromposten deutlich. Wichtig ist, dass Sie Annahmen und Quellen dokumentieren, damit die Zahl später nachvollziehbar bleibt.
Neben der CO2-Bilanz zählt das Budget. Der Preisrechner zeigt Ihnen auf Basis von Mitarbeiterzahl und Ausstattung, welche Monatskosten realistisch sind.
Ob Sie berichtspflichtig sind, hängt von Größe und Kundenstruktur ab. Die EU hat die Pflichten zur Nachhaltigkeitsberichterstattung mit dem sogenannten Omnibus-Paket deutlich eingeschränkt. Viele mittelständische Betriebe berichten dennoch freiwillig, etwa nach dem freiwilligen Standard für kleine und mittlere Unternehmen, oder liefern Daten an große Kunden, die ihre Lieferkette erfassen. Klären Sie die für Sie geltenden Anforderungen mit Ihrer Beratung.
In der Treibhausgasbilanz nach dem verbreiteten Greenhouse Gas Protocol ordnen Sie die Posten so zu.
| Posten | Kategorie in der Bilanz | Datenquelle |
|---|---|---|
| Strom des Wasserspenders | Scope 2, eingekaufte Energie | Zählerstand oder Datenblatt, Faktor des Tarifs |
| Gerät, Filter, CO2-Flaschen | Scope 3, eingekaufte Waren | Angaben des Anbieters |
| Servicefahrten und Lieferungen | Scope 3, vorgelagerter Transport | Anbieter oder Schätzung |
| Bisheriges Flaschenwasser | Scope 3, eingekaufte Waren | Lieferant oder Datenbank |
| Leitungswasser | Scope 3, eingekaufte Waren | Angaben des Wasserversorgers |
Neben Emissionen sind weitere Kennzahlen hilfreich, etwa vermiedene Flaschen pro Jahr, eingesparte Lieferfahrten und Abfallmengen. Aquadona bietet auf der eigenen Website einen Rechner, der unter anderem eingesparte Plastikflaschen schätzt.
Wie nachhaltig ein Wasserspender im Büro ist, entscheidet sich auch im Alltag. Mit diesen Hebeln holen Sie mehr heraus.
Hersteller werben mit Effizienzfunktionen. Borg & Overström nennt für den EcoMode rund 70 Prozent weniger Energieverbrauch, Grünbeck ein natürliches Kältemittel beim sodajet Office. Solche Angaben sind Herstellerangaben, vergleichen Sie im Zweifel die Verbrauchswerte im Datenblatt. Weitere Ideen für das Büro finden Sie unter Wasserspender für das Büro.
Becher können die gute Bilanz eines Wasserspenders schnell verschlechtern. Einwegbecher aus Kunststoff oder kunststoffbeschichtetem Papier verursachen Herstellung, Transport und Abfall bei jedem Schluck. Für Einwegkunststoffe gelten in der EU zudem strengere Regeln, etwa Kennzeichnungspflichten für Getränkebecher mit Kunststoffanteil.
Die umweltfreundlichste Lösung sind wiederverwendbare Trinkflaschen und Gläser. Viele Betriebe geben jedem Mitarbeitenden eine eigene Flasche aus. BRITA bietet etwa Glasflaschen mit eigenem Logo als Zubehör an. Wo Becher nötig sind, etwa bei Besucherverkehr, sind Mehrwegbecher mit Spülkreislauf besser als Einweg. Welche Gefäße sich eignen, zeigt der Ratgeber Becher und Trinkflaschen am Wasserspender.
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Beim Kauf oder bei der Miete lohnt ein Blick über den Preis hinaus. Nachhaltige Wasserspender zeichnen sich durch geringen Verbrauch, langlebige Bauweise und einen durchdachten Service aus. Diese Kriterien helfen beim Vergleich.
| Kriterium | Worauf achten |
|---|---|
| Energieverbrauch | Angabe im Datenblatt, Eco-Modus, Heißwasser auf Abruf statt Tank |
| Kältemittel | natürliche Kältemittel mit geringem Treibhauspotenzial |
| Langlebigkeit | Edelstahl, Ersatzteilversorgung, Reparierbarkeit |
| Herstellung | Fertigungsstandort und Transportwege, etwa Produktion in Europa laut BRITA |
| Vertragsende | Rücknahme, Aufbereitung von Mietgeräten, Entsorgung nach Elektrogesetz |
Mietmodelle mit Full Service haben einen Vorteil, wenn der Anbieter Geräte aufbereitet und erneut einsetzt. Fragen Sie danach im Angebot. Wie sich Kauf und Miete unterscheiden, zeigt der Ratgeber Wasserspender kaufen oder mieten.
Ein Wasserspender spart nicht automatisch viel CO2. Ersetzt er kaum Flaschenwasser, weil das Team bisher ohnehin aus dem Hahn getrunken hat, bleibt vor allem der zusätzliche Strom. Bei sehr wenigen Nutzern fallen Herstellung und Service je Liter stärker ins Gewicht. Auch ein Gerät mit dauerhaft beheiztem Heißwassertank kann die Bilanz deutlich verschlechtern.
Am größten ist die Einsparung, wenn ein leitungsgebundenes Gerät die Lieferung von Kisten mit Einwegflaschen ablöst und Beschäftigte eigene Mehrwegflaschen nutzen. Formulieren Sie Aussagen in Berichten deshalb vorsichtig und belegen Sie sie mit Ihrem Rechenweg. So vermeiden Sie den Vorwurf, Ihre Umweltwirkung zu beschönigen. Wie Sie Mikroplastik und Verpackung zusätzlich reduzieren, lesen Sie im Ratgeber Mikroplastik und Wasserspender.
Ein leitungsgebundener Wasserspender ist in der Regel deutlich klimafreundlicher als Flaschenwasser, weil Transport und Verpackung entfallen. Laut Umweltbundesamt verursacht Leitungswasser weniger als ein Prozent der Umweltbelastungen von Mineralwasser. Strom, Gerät und Service fallen geringer ins Gewicht.
Das hängt von der ersetzten Menge Flaschenwasser, dem Stromverbrauch und dem Strommix ab. Berechnen Sie die Emissionen des Geräts aus Strom und Verbrauchsmaterial und ziehen Sie sie von den Emissionen des bisherigen Flaschenwassers ab.
Achten Sie auf einen niedrigen Energieverbrauch im Datenblatt, Eco-Funktionen, natürliche Kältemittel, langlebige Materialien und Ersatzteilversorgung. Bei Mietgeräten ist wichtig, ob der Anbieter Geräte aufbereitet und wieder einsetzt.
Wählen Sie die passende Gerätegröße, verzichten Sie auf Heißwasser im Dauerbetrieb, beziehen Sie Ökostrom und geben Sie Mehrwegflaschen statt Einwegbecher aus. Regelmäßige Wartung hält den Verbrauch niedrig.
Am umweltfreundlichsten sind eigene Trinkflaschen und Gläser. Für Besucher eignen sich Mehrwegbecher mit Spülkreislauf. Einwegbecher aus Kunststoff oder beschichtetem Papier verschlechtern die Bilanz.
Gallonengeräte nutzen meist Mehrwegbehälter, das Wasser muss aber abgefüllt und geliefert werden. Ihre Bilanz liegt deshalb zwischen Flaschenwasser und leitungsgebundenem Wasserspender.
Der Strom gehört zu Scope 2, Gerät, Filter, CO2-Flaschen und Servicefahrten zu Scope 3. Dokumentieren Sie Verbrauchswerte, Emissionsfaktoren und Annahmen, damit die Zahlen nachvollziehbar sind.
Geben Sie Ihren Bedarf an und erhalten Sie kostenlos Angebote passender Anbieter.
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