Start » Wasserspender Vergleich » Wissen rund um Wasserspender » Wasserspender und Plastik, was Filter gegen Mikroplastik und PFAS leisten
Beim Thema Wasserspender und Plastik geht es um zwei Fragen, nämlich wie viel Kunststoff im Gerät und in der Gallone mit dem Wasser in Kontakt kommt und ob Filter Mikroplastik oder PFAS zurückhalten. Nach heutigem Wissensstand sehen WHO und Bundesinstitut für Risikobewertung keine belastbaren Hinweise auf ein Gesundheitsrisiko durch Mikroplastik im Trinkwasser. Für PFAS gelten in Deutschland seit dem 12. Januar 2026 erstmals verbindliche Grenzwerte. Dieser Ratgeber ordnet ein, was Betriebe wissen sollten und welche Filterstufen tatsächlich wirken.
Ein Wasserspender enthält Kunststoffteile, etwa Schläuche, Ventile, Tanks oder Gehäuse. Diese Teile müssen für den Kontakt mit Trinkwasser geeignet sein, seriöse Anbieter weisen das mit Prüfzeichen und Materialnachweisen nach. Mehr Kunststoff kommt ins Spiel, wenn Sie mit Gallonen oder Einwegbechern arbeiten. Hier haben Betriebe den größten Hebel.
Bei Mikroplastik im Trinkwasser selbst geben die Fachbehörden derzeit Entwarnung, betonen aber Forschungslücken. Bei PFAS hat der Gesetzgeber gehandelt und Grenzwerte eingeführt, die Ihr Wasserversorger einhalten muss. Ein Filter am Wasserspender ist damit kein Muss, kann aber eine zusätzliche Barriere sein, wenn er die passende Stufe enthält. Welche Stufen es gibt, zeigt der Säulenartikel Wasserspender Filter im Vergleich.
Die Weltgesundheitsorganisation hat 2019 die vorhandenen Studien zu Mikroplastik im Trinkwasser ausgewertet. Ihr Fazit lautete, dass es beim damaligen Kenntnisstand keine Hinweise auf ein Gesundheitsrisiko gibt. Partikel größer als 150 Mikrometer werden laut WHO voraussichtlich nicht vom Körper aufgenommen, für sehr kleine Partikel und Nanoplastik fehlen belastbare Daten. Die WHO beschreibt außerdem, dass herkömmliche Wasseraufbereitung Mikroplastik wirksam entfernen kann, Kläranlagen halten demnach über 90 Prozent zurück.
Das Bundesinstitut für Risikobewertung kam in einer Mitteilung vom Juli 2025 zu einem ähnlichen Ergebnis. Es lägen keine belastbaren toxikologischen Belege für gesundheitliche Risiken durch Mikroplastik aus Lebensmitteln vor, weitere Forschung laufe. Für Ihren Betrieb heißt das, sachlich zu informieren und unnötigen Kunststoff zu vermeiden, ohne Angst zu schüren.
Bei Gallonengeräten steht das Wasser in Behältern aus Kunststoff, die mehrfach befüllt und transportiert werden. Lange wurden dafür Polycarbonat-Gallonen eingesetzt, die Bisphenol A enthalten können. Die EU hat Bisphenol A in Lebensmittelkontaktmaterialien mit der Verordnung (EU) 2024/3190 verboten. Für Mehrwegartikel gelten Übergangsfristen, nach Angaben des Prüfdienstleisters Intertek dürfen nicht konforme Mehrwegartikel bis 20. Juli 2026 erstmals in Verkehr gebracht werden und bis 20. Januar 2029 im Markt bleiben. Fragen Sie Ihren Gallonenlieferanten deshalb nach dem Material der Behälter.
Leitungsgebundene Geräte arbeiten ohne Gallone. Hier kommen Wasser und Kunststoff vor allem in Schläuchen und Ventilen in Kontakt, die Kontaktzeit ist kurz. Der dritte Punkt sind Becher. Wer statt Einwegbechern Gläser, Edelstahlflaschen oder Mehrwegbecher nutzt, spart Plastik direkt an der Zapfstelle. Ideen dazu liefert der Ratgeber Becher und Trinkflaschen für Wasserspender.
Wer Wasser in Plastikflaschen einkauft, bringt die meiste Verpackung in den Betrieb. Der Vergleich zeigt, wo Kunststoff anfällt.
| Versorgung | Kunststoff im Alltag | Aufwand im Betrieb |
|---|---|---|
| Einweg-Plastikflaschen | jede Flasche ein Einwegartikel, Pfandrückgabe nötig | Einkauf, Lager, Leergut |
| Gallonen-Wasserspender | Mehrweggallone aus Kunststoff, Becher je nach Nutzung | Lieferung, Lagerung, Gallonenwechsel |
| Leitungsgebundener Wasserspender | Schläuche und Ventile im Gerät, keine Gebinde | Wartung und Filterwechsel durch Service |
| Wasserspender mit Glasflaschen | nahezu kein Einwegkunststoff | Flaschen spülen, Hygieneplan |
Mit einem Wasserspender mit Festwasseranschluss entfallen Flaschen und Gallonen vollständig. Welche Wirkung das auf Klima und Abfall hat, beschreiben die Ratgeber Wasserspender oder Flaschenwasser und CO2-Einsparung mit Wasserspendern.
PFAS sind per- und polyfluorierte Chemikalien, die sehr langlebig sind und sich in der Umwelt anreichern. Die Trinkwasserverordnung von 2023 hat dafür zwei Grenzwerte eingeführt. Seit dem 12. Januar 2026 gilt für die Summe von 20 ausgewählten PFAS ein Grenzwert von 0,1 Mikrogramm je Liter. Ab dem 12. Januar 2028 kommt für die vier besonders kritischen Stoffe PFOA, PFNA, PFHxS und PFOS ein Summenwert von 0,02 Mikrogramm je Liter hinzu. Dieser strengere Wert orientiert sich an der tolerierbaren wöchentlichen Aufnahmemenge der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit.
Für die Einhaltung ist der Wasserversorger bis zur Übergabestelle ins Gebäude verantwortlich. Viele Versorger veröffentlichen ihre PFAS-Messwerte in der Trinkwasseranalyse. Werfen Sie einen Blick hinein, bevor Sie in zusätzliche Filtertechnik investieren.
Ob ein PFAS Wasserfilter wirkt, hängt vom Verfahren und von der Kettenlänge der Stoffe ab. Eine Fachpräsentation aus dem Umfeld des DVGW zur PFAS-Entfernung in Wasserwerken fasst den Stand so zusammen.
Für den Wasserspender bedeutet das, dass ein Aktivkohleblock einen Teil der PFAS mindern kann, aber keine Garantie für alle Verbindungen bietet. Herstellerangaben zur PFAS-Reduktion sollten Sie sich mit Prüfbericht, getesteten Stoffen und Kapazität belegen lassen. BRITA etwa gibt für den Tischwasserfilter aus Glas an, dass die Kartusche Mikroverunreinigungen wie PFAS reduziert, nennt dazu aber keine Werte für einzelne Stoffe.
Schwermetalle im Trinkwasser stammen in Deutschland fast immer aus der Hausinstallation, nicht aus dem Wasserwerk. Blei kann aus alten Bleirohren kommen, Kupfer aus Kupferleitungen bei ungünstiger Wasserzusammensetzung. Die Trinkwasserverordnung begrenzt Blei auf 10 Mikrogramm und Kupfer auf 2 Milligramm je Liter und verlangt, dass Bleileitungen bis zum 12. Januar 2026 entfernt oder stillgelegt werden.
Ionenaustauscher in Filterpatronen können Blei und Kupfer mindern, Aktivkohleblöcke halten Partikel zurück. Ein Filter ist hier aber nur eine Überbrückung. Das Umweltbundesamt sieht den Eigentümer oder Betreiber in der Pflicht, die Trinkwasserinstallation im Gebäude in ordnungsgemäßem Zustand zu halten. Bei Verdacht hilft eine Wasserprobe durch ein akkreditiertes Labor, mehr dazu im Ratgeber Leitungswasser riecht muffig oder ist trüb.
Im Preisrechner sehen Sie, was ein leitungsgebundener Wasserspender mit Filter und Wartung für Ihren Betrieb im Monat kostet.
Viele Betriebe fragen, ob ein BRITA Wasserfilter Hormone aus dem Wasser holt. BRITA beschreibt für die Kartusche MAXTRA PRO PURE PERFORMANCE, dass sie Spuren bestimmter Pestizide, Herbizide und Arzneimittelrückstände reduziert, sofern diese im Leitungswasser vorhanden sind. Hormone werden in dieser Produktbeschreibung nicht einzeln mit Messwerten genannt.
Solche Aussagen beziehen sich auf Laborprüfungen unter definierten Bedingungen und auf eine frische Kartusche. Im Betrieb zählt, dass der Filter rechtzeitig getauscht wird, BRITA nennt für MAXTRA PRO einen Wechsel alle vier Wochen oder nach höchstens 150 Litern. Für Geschäftskunden setzt BRITA in seinen Wasserspendern mit Festwasseranschluss einen Aktivkohleblock ein. Arzneimittelrückstände liegen im deutschen Trinkwasser, wenn überhaupt, in sehr geringen Spuren vor, die Versorger überwachen.
Wenn Ihnen Mikroplastik, PFAS oder Schwermetalle wichtig sind, verlassen Sie sich nicht auf Werbeaussagen. Lassen Sie sich die Wirkung konkret belegen.
Profile mit Filterangaben finden Sie in der Übersicht der Wasserspender Anbieter. Wie Sie den Filterwechsel organisieren, beschreibt der Ratgeber Wasserfilter wechseln.
Diese Unterlagen sollte ein Anbieter auf Anfrage vorlegen können.
Der größte Effekt entsteht nicht im Filter, sondern bei Gebinden und Bechern. Diese Maßnahmen setzen Betriebe ohne großen Aufwand um.
Kein Transport von Kunststoffgebinden, kein Lager, kein Wechsel.
Mehrweg aus Glas an der Zapfstelle, gespült in der Spülmaschine.
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Geräte mit Edelstahlhahn und Gehäuse sind robust und leicht zu reinigen.
Mitarbeitende füllen ihre Flasche selbst, Einwegbecher entfallen.
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Ein Plastik Wasserspender mit Kunststoffgehäuse ist nicht automatisch schlechter als ein Edelstahlgerät. Entscheidend sind die Materialien, die mit Wasser in Berührung kommen, und deren Nachweise. Achten Sie auf Prüfzeichen, auf Auslaufhähne aus Edelstahl und auf kurze Standzeiten des Wassers im Gerät, etwa durch automatische Spülungen. Bei Gallonengeräten fragen Sie nach dem Behältermaterial und dem Reinigungsverfahren des Lieferanten.
Für Schulen, Kitas und Kliniken kommt die Hygiene hinzu. Hier lohnt sich ein Gerät mit Sterilfilter oder geschütztem Auslauf. Die Unterschiede zwischen Gallone und Festwasser erklärt der Ratgeber Wasserspender oder Gallone, Kalkschutz und Mineralien behandelt der Ratgeber Leitungswasser entkalken.
Belastbare Daten dazu gibt es kaum. Teile mit Trinkwasserkontakt müssen dafür geeignet sein, und WHO wie BfR sehen nach heutigem Stand keine Belege für ein Gesundheitsrisiko durch Mikroplastik im Trinkwasser. Wer Kunststoff reduzieren will, wählt ein leitungsgebundenes Gerät mit Edelstahlauslauf.
Leitungsgebundene Wasserspender nutzen Leitungswasser, das der Trinkwasserverordnung unterliegt, und kommen ohne Einwegflaschen aus. Damit sparen Sie Verpackung, Transport und Lager. Gesundheitlich sind beide Wege bei einwandfreier Qualität unbedenklich.
Umkehrosmose entfernt PFAS nahezu vollständig, Aktivkohle vor allem langkettige Verbindungen, kurzkettige deutlich schlechter. Lassen Sie sich Herstellerangaben mit Prüfbericht belegen. Seit 2026 gelten zudem gesetzliche PFAS-Grenzwerte für den Wasserversorger.
Nur wenn die Trinkwasseranalyse Ihres Versorgers erhöhte Werte zeigt oder ein besonderer Anlass besteht. Der Versorger muss seit 12. Januar 2026 den Grenzwert von 0,1 Mikrogramm je Liter für 20 PFAS einhalten. Ein Aktivkohleblock im Wasserspender bietet eine zusätzliche Teilreduktion.
Ionenaustauscher mindern Blei und Kupfer, Aktivkohleblöcke halten Partikel zurück. Schwermetalle stammen meist aus alten Hausleitungen, die Ursache muss deshalb der Eigentümer beheben lassen. Ein Filter ist nur eine Übergangslösung.
BRITA nennt für MAXTRA PRO PURE PERFORMANCE eine Reduktion von Spuren bestimmter Arzneimittelrückstände, Pestizide und Herbizide, Hormone werden nicht einzeln mit Werten ausgewiesen. Die Wirkung gilt für eine frische Kartusche bis zum Wechsel nach vier Wochen oder 150 Litern.
Die meisten Wasserversorger veröffentlichen ihre aktuelle Trinkwasseranalyse online, seit Geltung der PFAS-Grenzwerte enthalten viele davon auch PFAS-Messwerte. Fehlt der Wert, fragen Sie direkt beim Versorger nach. Für das eigene Gebäude kann ein akkreditiertes Labor eine Probe untersuchen.
Bisphenol A ist in Lebensmittelkontaktmaterialien in der EU seit der Verordnung (EU) 2024/3190 verboten, für Mehrwegartikel gelten Übergangsfristen bis 2029. Fragen Sie Ihren Lieferanten nach dem Material und lassen Sie sich schriftlich bestätigen, dass die Gallonen frei von Bisphenol A sind.
Geben Sie Ihren Bedarf an und erhalten Sie kostenlos Angebote passender Anbieter.
Filterarten im Vergleich
Wasserspender mit oder ohne Filter
Plastik und Aufwand im Vergleich
Ohne Gallone und Flaschen