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Wasserspender Filter im Vergleich, welche Filterart Ihr Betrieb wirklich braucht

Wasserspender Filter im Vergleich, welche Filterart Ihr Betrieb wirklich braucht
Inhalt

Ein Wasserspender Filter sitzt bei leitungsgebundenen Geräten in der Zuleitung und verbessert Geschmack, Geruch und Kalkverhalten des Leitungswassers, bevor es gekühlt, gesprudelt oder erhitzt wird. In den meisten Betrieben reicht ein Aktivkohleblock, bei hartem Wasser und Heißwasser kommt ein Ionenaustauscher dazu, in Kliniken und Pflege ein Sterilfilter. Umkehrosmose und UV-C sind Sonderfälle mit klaren Vor- und Nachteilen. Dieser Ratgeber zeigt, was jede Filterart leistet, was sie kostet und welche Kombination zu Büro, Praxis, Schule oder Gastronomie passt.

Das Wichtigste in Kürze

Wasserspender Filter im Überblick, was die Filterarten leisten

Ein Filter im Wasserspender ist kein Reinigungswerk für schlechtes Wasser. Leitungswasser erfüllt in Deutschland die Anforderungen der Trinkwasserverordnung, das Umweltbundesamt hält eine zusätzliche Behandlung im Gebäude in der Regel nicht für notwendig. Im Wasserspender hat der Filter trotzdem eine wichtige Aufgabe. Er sorgt für gleichbleibenden Geschmack, schützt Kühlung, Karbonator und Heißwassertank vor Kalk und bildet bei Hygienegeräten eine mechanische Barriere gegen Keime.

Welche Stufe sinnvoll ist, hängt von Wasserhärte, Gerätefunktionen und Nutzergruppe ab. Die folgende Tabelle ordnet die fünf gängigen Verfahren ein. Wie die Geräte insgesamt aufgebaut sind, erklärt der Ratgeber Wasserspender Systeme im Überblick.

FilterartWirkt vor allem gegenTypischer Einsatz im Betrieb
Aktivkohle, meist als BlockChlorgeschmack, Gerüche, organische Spurenstoffe, PartikelStandard in fast jedem leitungsgebundenen Gerät
IonenaustauscherKarbonathärte, teils Blei und Kupferhartes Wasser, Geräte mit Heißwasser oder Sprudel
Sterilfilter oder UltrafiltrationBakterien und Partikel durch sehr feine MembranKlinik, Pflege, Praxis, sensible Nutzergruppen
Umkehrosmosenahezu alle gelösten Stoffe einschließlich MineralienSonderfälle, etwa Gastronomie mit Anspruch an neutrales Wasser
UV-Cinaktiviert Keime im Durchfluss oder am Auslauf, hält keine Stoffe zurückErgänzung zur Filtration, Schutz vor Rückverkeimung

In der Praxis kombinieren Anbieter mehrere Stufen. Ein typisches Bürogerät arbeitet mit Aktivkohleblock und Kalkschutz, ein Klinikgerät zusätzlich mit Sterilfilter und thermischer oder UV-gestützter Desinfektion des Auslaufs.

Aktivkohle, der Standardfilter für Geschmack und Geruch

Aktivkohle hat eine enorm große innere Oberfläche. An ihr lagern sich Chlor, Geruchs- und Geschmacksstoffe sowie viele organische Verbindungen an. Als gepresster Block hält sie zusätzlich feine Partikel zurück. Deshalb setzen fast alle Hersteller leitungsgebundener Geräte einen Aktivkohleblock ein, BRITA etwa nennt ihn als Standard in seinen Wasserspendern für Geschäftskunden.

Die Grenze der Aktivkohle ist ihre Kapazität. Ist die Oberfläche belegt, sinkt die Wirkung, und weil Aktivkohle auch Restchlor entfernt, kann sich in einer überalterten Patrone ein Biofilm bilden. Der Wechsel nach Liter oder Zeit ist deshalb Pflicht. Warum ein Filter Chlorgeschmack entfernt und wann das überhaupt nötig ist, lesen Sie im Ratgeber Chlor im Trinkwasser und Wasserspender mit oder ohne Filter.

Ionenaustauscher gegen Kalk bei Heißwasser und Sprudel

Ein Ionenaustauscher tauscht Calcium und Magnesium gegen Wasserstoff- oder Natriumionen. Damit sinkt die Karbonathärte, die beim Erhitzen als Kalk ausfällt. Für Wasserspender mit Heißwasserfunktion oder Karbonator ist das der wichtigste Geräteschutz, denn Kalk setzt sich zuerst an Heizstäben, Ventilen und Düsen ab. Viele Patronen arbeiten mit einer einstellbaren Verschneidung, damit nicht das ganze Wasser enthärtet wird und ein Teil der Mineralien erhalten bleibt.

Ob Ihr Standort einen Kalkschutz braucht, zeigt die Wasserhärte Ihres Versorgers. Ab dem Härtebereich mittel lohnt sich die Stufe bei Wasserspendern mit Heißwasser fast immer. Details zu Härtebereichen und Entkalkung erklärt der Ratgeber Leitungswasser entkalken.

Sterilfilter und Ultrafiltration für sensible Bereiche

Sterilfilter und Ultrafiltrationsmembranen arbeiten mechanisch. Ihre Poren sind so fein, dass Bakterien zurückgehalten werden. In Krankenhäusern, Pflegeheimen und Praxen schützen sie Menschen mit geschwächter Abwehr. Die Stadtwerke München bieten für die M-Wasserbar ein dreistufiges Hygiene Solution System mit Sterilfilter und thermischer Auslaufdesinfektion an, Kärcher kombiniert in der WPD Baureihe eine zweistufige Filtration mit automatischer thermischer Desinfektion.

Ein Sterilfilter ersetzt keine Reinigung des Auslaufs. Keime gelangen auch von außen an Zapfhahn und Tropfschale. Wer ein Gerät für die Klinik oder die Arztpraxis plant, sollte Filter, Auslaufschutz und Wartungsintervall gemeinsam betrachten. Hintergründe zu Keimen im Gerät liefert der Ratgeber Keimbelastung im Wasserspender.

Umkehrosmose im Wasserspender, wann Osmose sinnvoll ist

Bei der Umkehrosmose presst eine Pumpe oder der Leitungsdruck das Wasser durch eine Membran, die fast alle gelösten Stoffe zurückhält. Das Ergebnis ist sehr weiches, nahezu mineralfreies Wasser. Ein Osmose Wasserspender liefert damit ein neutrales Produkt, das manche Gastronomen für Tee oder Kaffee schätzen. Für den normalen Bürobetrieb überwiegen die Nachteile.

  • Laut Verbraucherzentrale Hamburg werden für einen Liter Filtrat etwa drei Liter Trinkwasser verbraucht, der Rest geht als Konzentrat ins Abwasser.
  • Die Membran ist anfällig für Verkeimung, wenn sie nicht nach Plan gewartet wird.
  • Das Wasser verliert Calcium und Magnesium, viele Anlagen mineralisieren deshalb nach.
  • Gerät, Abwasseranschluss und Wartung sind teurer als bei einem Aktivkohlefilter.

Sinnvoll ist Umkehrosmose dort, wo ein konkreter Grund besteht, etwa eine dokumentierte Belastung, die andere Stufen nicht erfassen, oder ein Getränkekonzept, das auf sehr weiches Wasser angewiesen ist. Mehr zu PFAS und Mikroplastik lesen Sie im Ratgeber Plastik, Mikroplastik und PFAS am Wasserspender.

UV-C und thermische Desinfektion als Schutz vor Rückverkeimung

UV-C ist streng genommen kein Filter. Ultraviolettes Licht inaktiviert Keime im Wasserstrom oder am Auslauf, hält aber keine Stoffe zurück. Culligan nennt für seine Firewall UV-C Technologie eine zertifizierte 8-Log-Reduktion von Pseudomonas aeruginosa, BWT setzt bei AQA drink Pro 20 und Pro 60 UV-LED ein, EauVation verbaut serienmäßig eine UV-C-Lampe am Wasserausgang. Thermische Verfahren erhitzen Leitungen oder Auslauf in festen Abständen.

Beide Verfahren ergänzen den Filter dort, wo er nicht hinkommt, nämlich im Gerät hinter der Patrone und am Zapfhahn. Wie die Systeme im Detail arbeiten, erklären die Ratgeber UV-C im Wasserspender und Hygienefunktionen im Überblick.

Filter für Wasserspender, was die Anbieter einsetzen

Die Hersteller beschreiben ihre Filtertechnik unterschiedlich detailliert. Die folgende Auswahl nennt Anbieter alphabetisch und beruht auf deren eigenen Angaben, sie ist keine Empfehlung. Wer einen BWT Wasserspender prüft, achtet auf die optionale Magnesium-Mineralisierung, die das Wasser nach der Filtration wieder anreichert.

Weitere Profile mit Filter- und Hygieneangaben finden Sie in der Übersicht der Wasserspender Anbieter. Fragen Sie bei jedem Angebot nach Kapazität in Litern, Wechselintervall und Prüfzeichen der Patrone.

Wasserspender mit passendem Filter vergleichen

Mit dem Preisrechner sehen Sie in wenigen Minuten, was ein Gerät mit Filter und Wartung für Ihre Mitarbeiterzahl kostet.

Was Filter und Wartung im Betrieb kosten

Die Filterkosten stecken bei Miete und Leasing meist in der Monatsrate. Laut öffentlich abrufbaren Preisangaben von Anbietern wie Aquaspender, Tradingtwins und Wasserspender-Miete.de sowie Herstellerangaben von Culligan und BRITA liegt die Miete eines leitungsgebundenen Geräts für bis zu 20 Arbeitsplätze bei etwa 30 bis 146 Euro im Monat, jeweils ohne Umsatzsteuer. Kaufen Sie das Gerät ohne Servicevertrag, rechnen Sie für Wartung inklusive Filterwechsel mit etwa 210 bis 380 Euro im Jahr.

PostenMarktkorridor nettoHinweis
Miete bis 20 Arbeitsplätze30 bis 146 Euro im MonatFilterwechsel meist enthalten
Miete 21 bis 60 Arbeitsplätze90 bis 300 Euro im Monatgrößere Patrone, häufigerer Wechsel
Wartung ohne Servicevertrag210 bis 380 Euro im Jahrinklusive Filter, je nach Anbieter
Erstinstallation150 bis 300 Euroeinmalig, oft mit Anschlussfilter

Sterilfilter, Umkehrosmose und Mineralisierung heben die Kosten, weil Patronen teurer sind und häufiger getauscht werden. Eine vollständige Kostenaufstellung bietet der Ratgeber Wasserspender Kosten, Geräte mit Filterpaket finden Sie unter Wasserspender mit Filter.

Welches Wasserspender Filtersystem zu welchem Betrieb passt

Die richtige Kombination ergibt sich aus Nutzergruppe, Wasserhärte und Funktionen. Die Tabelle zeigt typische Konstellationen, Ihre Wasseranalyse und die Empfehlung des Anbieters ersetzen sie nicht.

BetriebSinnvolle FilterstufenZusätzlich beachten
Büro bis 50 PersonenAktivkohleblock, bei hartem Wasser KalkschutzWechsel nach Liter, Hygienespülung bei Wochenendpausen
Schule und KitaAktivkohle, Kalkschutz, Keimsperre am Auslaufrobuster Zapfhahn, Spülplan nach Ferien
Arztpraxis und PflegeAktivkohle plus Sterilfilterthermische oder UV-gestützte Auslaufdesinfektion
Krankenhausmehrstufig mit SterilfilterHygieneplan, dokumentierte Wartung
Gastronomie und HotelAktivkohle, Kalkschutz, je nach Konzept Osmosehohe Zapfleistung, Kohlensäure

Für Büros vertieft der Ratgeber Wasserfilter im Büro die Frage, ob Tischfilter oder Wasserspender besser passt. Für Schulen und Kitas lohnt ein Blick auf Wasserspender in der Schule.

Filterwechsel und Hygiene, worauf es ankommt

Jeder Filter ist nur so gut wie sein Wechselintervall. Die Verbraucherzentralen warnen, dass Filter unbemerkt durchbrechen und zurückgehaltene Stoffe in konzentrierter Form abgeben können, und dass überalterte Patronen Keimen einen Nährboden bieten. Hersteller geben deshalb eine Kapazität in Litern und eine Höchstdauer vor, je nachdem, was zuerst erreicht ist.

Wie ein fachgerechter Wechsel abläuft, beschreibt der Ratgeber Wasserfilter wechseln, den gesamten Serviceumfang der Ratgeber Wasserspender Wartung.

Praxistipp

Lassen Sie den Filterwechsel im Wartungsvertrag regeln und dokumentieren.

Prüfzeichen und Normen bei Filtern

Geräte und Filter, die an die Trinkwasserinstallation angeschlossen werden, sollten laut Verbraucherzentrale das DVGW- oder DIN-Prüfzeichen tragen. Hinzu kommt die Absicherung gegen Rückfließen nach DIN EN 1717, die verhindert, dass Wasser aus dem Gerät zurück in die Hausleitung gelangt. Fragen Sie den Anbieter nach den Nachweisen für Filter und Gerät und lassen Sie sich bestätigen, dass die Materialien für den Kontakt mit Trinkwasser geeignet sind.

Mehr zu den Anforderungen lesen Sie in den Ratgebern DIN EN 1717 und Zertifikate und Trinkwasserverordnung und Wasserspender. Alle Beiträge zum Thema finden Sie unter Wasser und Filter.

Häufige Fragen

Bei leitungsgebundenen Geräten ist ein Filter üblich, weil er Geschmack stabil hält und Kühlung, Karbonator und Heißwassertank vor Kalk schützt. Gesundheitlich ist er bei einwandfreiem Leitungswasser laut Umweltbundesamt in der Regel nicht nötig. Bei Gallonengeräten entfällt der Filter, weil das Wasser abgefüllt geliefert wird.

In Miet- und Leasingverträgen ist der Filterwechsel meist enthalten. Ohne Servicevertrag liegen Wartung und Filter laut Marktdaten bei etwa 210 bis 380 Euro im Jahr ohne Umsatzsteuer. Sterilfilter und Osmose kosten mehr.

Osmosewasser ist nahezu mineralfrei. Die Verbraucherzentrale Hamburg weist darauf hin, dass bei dauerhaftem Konsum Mineralstoffe fehlen können, und rechnet mit rund drei Litern Trinkwasser für einen Liter Filtrat. Viele Anlagen mineralisieren deshalb nach. Für normale Betriebe ist Osmose selten nötig.

Das legt der Hersteller nach Litern und Zeit fest, je nachdem, was zuerst erreicht ist. Viele Anbieter tauschen bei der Wartung im Abstand von sechs oder zwölf Monaten, welltec nennt etwa eine halbjährliche Wartung mit Filterwechsel. Bei hoher Zapfmenge kann ein früherer Wechsel nötig sein.

BWT bietet unter AQA drink Geräte mit Festwasseranschluss an, die das Wasser optional mit Magnesium anreichern. Bei Pro 20 und Pro 60 ist laut Anbieter eine UV-LED-Desinfektion verbaut. Preise für Geschäftskundengeräte veröffentlicht BWT nicht.

Ein Aktivkohlefilter ist kein Keimfilter. Bakterien hält erst ein Sterilfilter oder eine Ultrafiltrationsmembran zurück. UV-C und thermische Desinfektion schützen zusätzlich vor Rückverkeimung am Auslauf.

Nur wenn er einen Ionenaustauscher enthält. Reine Aktivkohle verändert die Härte kaum. Bei Geräten mit Heißwasser oder Sprudel und hartem Wasser ist ein Kalkschutz sinnvoll.

Für die meisten Büros reicht ein Aktivkohleblock, bei mittlerem oder hartem Wasser ergänzt um Kalkschutz. Wichtiger als die Filterart ist ein fester Wechselrhythmus. Mit dem Preisrechner vergleichen Sie Geräte samt Wartung.

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