Start » Wasserspender Vergleich » Wissen rund um Wasserspender » Hygiene am Wasserspender, wie Sie Keimbildung im Betrieb verhindern
Die Hygiene am Wasserspender steht und fällt mit drei Dingen, kurzen Standzeiten des Wassers, einem sauberen und geschützten Auslauf und einer regelmäßigen Wartung mit Desinfektion. Fehlt eines davon, können sich Bakterien wie Pseudomonas aeruginosa oder coliforme Keime als Biofilm im Gerät festsetzen. Gut betriebene Geräte liefern dagegen Wasser in Trinkwasserqualität. Hier lesen Sie, was bei Verdacht auf Keime sofort zu tun ist, wo die Ursachen liegen, welche Stellen am Gerät besonders gefährdet sind und wie Sie Prüfintervalle und Zuständigkeiten im Betrieb festlegen.
Wasserspender sind hygienisch, wenn sie richtig betrieben werden. Leitungsgebundene Geräte werden mit Trinkwasser versorgt, das in Deutschland streng kontrolliert wird. Probleme entstehen im Gerät selbst, wenn Wasser lange steht, sich erwärmt oder der Auslauf verschmutzt.
Wie groß das Risiko bei schlechter Pflege ist, zeigt eine Auswertung des Bundesinstituts für Risikobewertung. Von 799 Proben aus zehn Bundesländern, überwiegend aus dem Jahr 2004, wurden 291 beanstandet, also 36,4 Prozent. Häufigster Grund waren erhöhte Koloniezahlen, gefolgt von coliformen Keimen, wiederholt wurde auch Pseudomonas aeruginosa nachgewiesen. Die Daten sind älter, die Ursachen gelten aber unverändert. Moderne Geräte mit Hygienefunktionen und ein Wartungsvertrag senken das Risiko deutlich.
Schmeckt oder riecht das Wasser auffällig, sind Beläge am Auslauf sichtbar oder liegt ein auffälliger Laborbefund vor, sollten Sie schnell und geordnet handeln.
Bei Erkrankungen, die mit dem Wasser in Verbindung stehen könnten, sollten Sie zusätzlich das zuständige Gesundheitsamt oder die Lebensmittelüberwachung einbeziehen. Wie Sie bei der Desinfektion vorgehen, zeigt der Ratgeber Wasserspender desinfizieren.
Untersucht werden in der Regel Indikatorkeime, die auf Verschmutzung hinweisen, und einzelne Krankheitserreger. Die Lebensmittelüberwachung Jena nennt für Wasserspender Anforderungen, die sich an der Mineral- und Tafelwasserverordnung und der Trinkwasserverordnung orientieren.
| Parameter | Anforderung | Bedeutung |
|---|---|---|
| Escherichia coli | 0 in 250 ml | Hinweis auf fäkale Verunreinigung |
| Coliforme Keime | 0 in 250 ml | Hinweis auf Verschmutzung oder Biofilm |
| Pseudomonas aeruginosa | 0 in 250 ml | Biofilmbildner, kritisch für Geschwächte |
| Fäkalstreptokokken und Enterokokken | 0 in 250 ml beziehungsweise 0 in 100 ml | Hinweis auf fäkale Belastung |
| Koloniezahl bei 22 und 36 Grad | 100 je ml als Orientierung | allgemeiner Hygienezustand |
Pseudomonas aeruginosa ist besonders hartnäckig, weil das Bakterium Biofilme bildet und sich in Leitungen und Ausläufen festsetzt. Für gesunde Erwachsene ist es meist unproblematisch, für Menschen mit geschwächtem Immunsystem kann es Infektionen auslösen. Deshalb gelten in Kliniken und Pflegeeinrichtungen strengere Regeln. Welche rechtlichen Vorgaben greifen, erklärt der Ratgeber zur Trinkwasserverordnung beim Wasserspender.
Das Bundesinstitut für Risikobewertung nennt als Ursachen vor allem lange Standzeiten, Sonneneinstrahlung, Raumtemperatur, mangelnde Reinigung und Desinfektion sowie Biofilme an den Innenwänden der Leitungen. Bei Gallonengeräten wurden in der Auswertung Standzeiten von bis zu zwei Monaten dokumentiert.
Steht Wasser über Tage in Leitung und Gerät, vermehren sich Keime. Kritisch sind lange Wochenenden, Ferien und selten genutzte Standorte. Das Gesundheitsamt Marburg-Biedenkopf empfiehlt einen vollständigen Wasseraustausch der Anschlussleitung mindestens alle 72 Stunden.
Ein Standort neben Heizkörpern oder in der Sonne erwärmt Leitungen und ungekühlte Bereiche. Die Raumtemperatur sollte laut Gesundheitsamt nicht dauerhaft bei 25 Grad oder darüber liegen.
Flaschenhälse, Finger und Lappen übertragen Keime auf den Auslauf. Dort bilden sie Biofilm, den das ausströmende Wasser nicht abspült.
Nicht jede Stelle am Wasserspender ist gleich gefährdet. Die folgenden Bereiche sollten Sie bei Reinigung, Wartung und Auswahl eines Geräts besonders im Blick haben.
Hier entsteht der meiste Kontakt. Biofilm am Auslauf ist die häufigste Quelle
Stehendes Restwasser und Getränkereste. Täglich leeren und reinigen
Überlagerte Filter und Tanks mit Vorrat bieten Fläche für Keime
Mehr erfahren
Dorn und Flaschenhals werden beim Wechsel berührt und müssen desinfiziert werden
Bei leitungsgebundenen Geräten kommt die Anschlussleitung hinzu. Sie sollte möglichst kurz sein und aus trinkwassergeeigneten Materialien bestehen. Mehr dazu lesen Sie im Ratgeber zur Hygiene leitungsgebundener Wasserspender.
Ein Hygienekonzept legt fest, wer was wann am Gerät erledigt. Die Lebensmittelüberwachung Jena verlangt von Betreibern leitungsgebundener Spender ein Konzept nach den Grundsätzen von HACCP, also Gefahrenanalyse, kritische Kontrollpunkte, Grenzwerte, Überwachung, Korrekturmaßnahmen, Verifizierung und Dokumentation. Wie das in der Praxis aussieht, zeigt der Ratgeber zu den HACCP-Richtlinien.
Die Intervalle in der Tabelle stammen aus den Hinweisen des Gesundheitsamts Marburg-Biedenkopf und der Lebensmittelüberwachung Jena. Maßgeblich sind immer auch die Herstellerangaben.
| Intervall | Leitungsgebundenes Gerät | Gallonengerät |
|---|---|---|
| täglich | Wischdesinfektion von Gehäuse und Auslauf, Tropfschale leeren | Funktionsprüfung, äußere Reinigung, Tropfbecken leeren |
| bei Bedarf | nach mehr als 2 Tagen ohne Nutzung 3 Liter je Zapfhahn verwerfen | Zapfhahn bei jedem Behälterwechsel desinfizieren |
| spätestens nach 14 Tagen | nicht relevant | angebrochenen Behälter wechseln |
| vierteljährlich bis halbjährlich | komplette Reinigung und Desinfektion nach Herstellervorgabe | zweimal jährlich komplette Desinfektion |
| jährlich | Inspektion, mikrobiologische Untersuchung, Schulung | Wartung nach Herstellerangabe, Schulung |
Den genauen Ablauf der Reinigung beschreibt der Ratgeber Wasserspender reinigen, Umfang und Intervalle der Wartung der Ratgeber zur Wasserspender Wartung.
Ob das Konzept funktioniert, zeigt nur eine Laboruntersuchung. Das Gesundheitsamt Marburg-Biedenkopf empfiehlt für leitungsgebundene Kaltwasserspender eine mikrobiologische Untersuchung nach der Inbetriebnahme und mindestens jährlich, bei sensiblen Nutzergruppen in kürzeren Abständen. Untersucht werden Pseudomonas aeruginosa, Enterokokken, Koloniezahlen, coliforme Bakterien und E. coli.
Die Probe nimmt ein akkreditiertes Labor nach DIN EN ISO 19458, am Auslauf und vor der Sicherungseinrichtung, ohne vorherige Desinfektion oder Spülung. So zeigt sie den echten Zustand im Alltag. Die Kosten trägt laut Lebensmittelüberwachung Jena der Betreiber. Bewahren Sie Befunde zusammen mit Wartungs- und Reinigungsnachweisen auf, denn genau diese Unterlagen prüft die Behörde bei Kontrollen.
Der Betreiber ist verantwortlich, dass der Wasserspender ordnungsgemäß betrieben wird. Das gilt auch bei Mietgeräten mit Wartungsvertrag, denn der Anbieter kommt nur in festen Abständen. Die tägliche Pflege liegt beim Betrieb.
Die Lebensmittelüberwachung Jena weist außerdem auf eine Meldepflicht nach Artikel 6 Absatz 2 der EU-Verordnung 852/2004 hin. Ob und wie diese für Ihren Betrieb gilt, klären Sie mit der zuständigen Lebensmittelüberwachung oder einer Rechtsberatung.
Moderne Geräte schützen besonders den Auslauf. Die folgenden Beispiele stammen aus Herstellerangaben und sind alphabetisch geordnet. BRITA setzt serienmäßig die Keimsperre Thermal Gate ein. Culligan nennt für die Firewall UV-C Technik eine zertifizierte 8-Log-Reduktion von Pseudomonas aeruginosa. EauVation verbaut eine UV-C-Lampe am Wasserausgang und einen Berührschutz am Auslaufhahn. Kärcher arbeitet mit thermischer Desinfektion und dem mechanischen Schutz GermLock. Die Stadtwerke München bieten für Kliniken ein System mit Sterilfilter bis 0,2 Mikrometer und thermischer Desinfektion des Auslaufhahns an.
Wie UV-C im Detail wirkt, erklärt der Ratgeber UV-C im Wasserspender, einen Überblick über alle Systeme gibt der Beitrag zu Hygienefunktionen. Technik ersetzt aber weder tägliche Reinigung noch Wartung.
Im Preisrechner sehen Sie, was ein leitungsgebundener Wasserspender mit Wartung für Ihre Betriebsgröße im Markt kostet.
In Einrichtungen mit kranken, alten oder sehr jungen Menschen gelten höhere Maßstäbe. Die sächsische Landesuntersuchungsanstalt empfiehlt für Wasserspender in Medizin und Pflege eine Desinfektion aller wasserführenden Teile mindestens wöchentlich bis vierzehntägig, je nach Gerät und Nutzung, dazu eine tägliche Wischdesinfektion von Gehäuse und Zapfhahn. Neue Geräte sollen anfangs über mindestens vier Wochen wöchentlich untersucht werden, danach zum Beispiel vierteljährlich.
Für Krankenhäuser und Pflegeheime lohnen sich Geräte mit Sterilfilter und thermischer Desinfektion sowie Wartungsverträge mit kürzeren Intervallen. EauVation bietet etwa ein Paket mit vierteljährlicher Wartung an. Für Kitas sind ein geschützter, kindgerechter Auslauf und klare Regeln für die Ferien wichtig.
Einige Anzeichen sprechen dafür, dass die tägliche Pflege nicht mehr reicht und ein Techniker das Gerät prüfen sollte.
Bei Mietgeräten und Wartungsverträgen sind Hygieneeinsätze oft enthalten, bei gekauften Geräten fallen sie gesondert an. Was ein Vertrag abdecken sollte, lesen Sie auf der Seite zu Wasserspendern mit Wartungsvertrag. Einen Überblick über Geräte und Anbieter finden Sie auf der Startseite der Wasserspender Experten.
Gut gewartete leitungsgebundene Geräte liefern Wasser in Trinkwasserqualität. Probleme entstehen durch Stagnation, Wärme und einen verschmutzten Auslauf. Mit täglicher Reinigung, regelmäßiger Desinfektion und Wartung ist das Risiko gering.
Häufig sind erhöhte Koloniezahlen und coliforme Keime, wiederholt wurde auch Pseudomonas aeruginosa nachgewiesen. Seltener sind Enterokokken oder E. coli, die auf eine fäkale Verunreinigung hinweisen.
Das Gerät muss stillgelegt und alle wasserführenden Teile nach Herstellervorgabe desinfiziert werden, Filter werden getauscht. Das übernimmt am besten der Service. Danach bestätigt eine Kontrollprobe, ob die Belastung beseitigt ist.
Gesundheitsämter empfehlen eine mikrobiologische Untersuchung nach Inbetriebnahme und mindestens jährlich. In Kliniken und Pflegeeinrichtungen sind kürzere Abstände üblich, anfangs teils wöchentlich.
Nicht grundsätzlich. Gallonen müssen nach Anbruch spätestens nach 14 Tagen gewechselt und der Zapfhahn bei jedem Wechsel desinfiziert werden. Leitungsgebundene Geräte haben keinen Vorratsbehälter, brauchen aber Spülung bei Stillstand und eine korrekte Installation.
Verantwortlich für den hygienischen Betrieb ist der Betreiber, also in der Regel das Unternehmen. Welche Pflichten der Anbieter aus dem Vertrag übernimmt, regelt der Wartungs- oder Mietvertrag. Für Haftungsfragen im Einzelfall sollten Sie rechtlichen Rat einholen.
Sie senken das Risiko am Auslauf deutlich und sind in sensiblen Bereichen sinnvoll. Sie ersetzen aber keine tägliche Reinigung, keinen Filterwechsel und keine Wartung mit Desinfektion.
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Intervalle, Mittel und Reinigungsplan
Umfang, Intervalle und Servicevertrag
So läuft eine Desinfektion ab
Wie UV-Licht Keime am Auslauf bekämpft