Start » Wasserspender Vergleich » Wissen rund um Wasserspender » Firewall Wasserspender und UV-C, wie UV-Technik Keime im Gerät stoppt
Ein Firewall Wasserspender ist ein leitungsgebundenes Gerät, das das Wasser kurz vor der Ausgabe mit UV-C-Licht behandelt und dabei auch den Auslauf bestrahlt. Die Technik stammt ursprünglich von Waterlogic und wird heute von Culligan angeboten, das Prinzip der UV-Entkeimung nutzen aber auch andere Hersteller mit UV-Lampen oder UV-LEDs. Für Betriebe ist UV-C eine wirksame zusätzliche Hygienestufe, sie ersetzt aber weder Filterwechsel noch Reinigung und Wartung. Dieser Ratgeber erklärt, wie UV-Technik im Wasserspender arbeitet, was Prüfungen belegen, welche Wartung anfällt und für welche Einsatzorte sich der Aufpreis lohnt.
Firewall ist der Markenname einer UV-C-Technologie, die Waterlogic für leitungsgebundene Wasserspender entwickelt hat. Seit dem Zusammenschluss mit Culligan, in Deutschland mit der Umfirmierung zur Culligan Deutschland GmbH im Juli 2023, führt Culligan als Anbieter von Wasserspendern die Firewall Modelle im Programm. Das Besondere ist die Position der Entkeimung. Das Wasser wird nicht nur im Inneren des Geräts behandelt, sondern laut Hersteller bis zur Auslaufdüse, die selbst ebenfalls bestrahlt wird.
Ein Wasserspender Firewall arbeitet also wie eine letzte Barriere zwischen Gerät und Glas. Er ergänzt die übliche Filtration mit Aktivkohle, die Geruch und Geschmack verbessert und Partikel zurückhält. Warum diese letzte Barriere wichtig ist, zeigt der Blick auf die typischen Keimquellen in Wasserspendern, die der Ratgeber Hygiene beim Wasserspender und Keimbelastung ausführlich behandelt. Ein großer Teil der Verunreinigungen entsteht nicht im Leitungsnetz, sondern am Auslauf durch Berührung, Niesen oder zurückfließende Tropfen.
UV-C ist kurzwelliges ultraviolettes Licht. Klassische Quecksilber-Niederdrucklampen strahlen bei etwa 254 Nanometern, UV-LEDs meist zwischen 260 und 280 Nanometern. In diesem Bereich nehmen DNA und RNA von Mikroorganismen besonders viel Energie auf. Das Erbgut wird so verändert, dass sich Bakterien, Viren und Einzeller nicht mehr teilen können. Sie sind damit inaktiviert, auch wenn sie physisch noch im Wasser schwimmen.
Entscheidend für die Wirkung ist die Dosis, also Intensität mal Einwirkzeit. Deshalb bauen Hersteller Kammern, in denen das Wasser möglichst lange am Leuchtmittel vorbeifließt. Waterlogic beschreibt für Firewall eine Kammer mit doppelter Spirale, durch die das Wasser von oben nach unten und zurück fließt und damit länger bestrahlt wird als in einfachen Durchlaufrohren. Danach führt der Weg direkt zur Düse, die ebenfalls im Lichtbereich liegt.
Fachleute sprechen von retrograder Verkeimung, wenn Keime von außen über den Auslauf ins Gerät wandern. Ein Biofilm an der Düse kann sich dann rückwärts in die Leitungen ausbreiten. UV-Systeme mit Auslaufbestrahlung setzen genau hier an, ebenso wie thermische Verfahren, die der Beitrag Hygienefunktionen am Wasserspender vergleicht.
Nicht jeder Wasserspender mit UV-Licht arbeitet gleich. Die Unterschiede liegen in der Lichtquelle, dem Ort der Bestrahlung und dem Wartungsaufwand. Die Tabelle ordnet die Lösungen ein, die Anbieter in Deutschland laut eigener Angabe einsetzen, ergänzt um thermische Verfahren als Alternative.
| Verfahren | Wo es wirkt | Beispiele laut Anbieter | Wartung |
|---|---|---|---|
| UV-C-Kammer mit Auslaufbestrahlung | Wasserweg bis zur Düse | Firewall bei Culligan und im Angebot von Selecta | Leuchtmittel nach Herstellervorgabe tauschen, Tausch je nach Servicepaket enthalten |
| UV-LED-Desinfektion | Wasserweg im Gerät | AQA drink Pro 20 und Pro 60 von BWT | LEDs ohne Quecksilber, Funktion bei der Wartung prüfen |
| UV-C-Lampe am Wasserausgang | Auslaufbereich | Serienmäßig bei EauVation | Lampentausch im Rahmen der Wartungspakete |
| Thermische Auslaufdesinfektion | Auslaufhahn | BRITA Thermal Gate, Kärcher Thermo!Secure | Keine Leuchtmittel, regelmäßige Wartung bleibt |
| Sterilfilter | Wasserweg vor dem Auslauf | Hygiene Solution System der SWM M-Wasserbar | Filtertausch zweimal jährlich laut SWM |
Quecksilberlampen liefern eine hohe Leistung, altern aber und müssen als Sondermüll entsorgt werden. UV-LEDs sind kompakt, schalten sofort und kommen ohne Quecksilber aus, ihre Leistung hängt stark von Bauart und Kühlung ab. Thermische Verfahren arbeiten ohne Leuchtmittel, behandeln aber in der Regel nur den Auslauf und nicht das durchfließende Wasser.
Culligan gibt für die Firewall Technologie eine zertifizierte 8-Log-Reduktion des Krankheitserregers Pseudomonas aeruginosa an. Ein Log steht für eine Zehnerpotenz, 8-Log bedeutet also, dass von 100 Millionen Keimen rechnerisch einer übrig bleibt. Waterlogic nennt außerdem eine Zertifizierung durch IAPMO R&T nach NSF/ANSI 55 Klasse A, einem US-Standard für UV-Wasserbehandlung, sowie Laborwerte von 99,9999 Prozent bei Bakterien und 99,99 Prozent bei Viren.
Neben Laborprüfungen gibt es eine Felduntersuchung. Der Mikrobiologe Charles P. Gerba von der University of Arizona veröffentlichte 2015 im American Journal of Infection Control eine Untersuchung an 30 Wasserspendern mit UV-Einheit am Ausgabepunkt in Gesundheitseinrichtungen. In keinem der Geräte, die 1 bis 34 Monate in Betrieb waren, wurde Pseudomonas aeruginosa gefunden, an unbehandelten Wasserhähnen dagegen schon.
Prüfwerte gelten für definierte Bedingungen, also für klares Wasser, intakte Leuchtmittel und eine bestimmte Durchflussmenge. Im Betrieb hängt die Wirkung davon ab, ob das Gerät gewartet wird, ob Filter rechtzeitig getauscht werden und ob das Umfeld sauber bleibt. Herstellerangaben sind deshalb ein guter Anhaltspunkt, aber kein Ersatz für die eigene mikrobiologische Kontrolle.
Der C7 Firewall Wasserspender ist eines der bekanntesten Geräte mit dieser Technik. Laut Produktdatenblatt von Culligan liefert er fünf Wasserarten, also ungekühlt, gekühlt, sprudelnd, heiß und extra heiß. Die Kühlung arbeitet mit einem Eisbad, der Durchfluss liegt bei 1,8 Litern pro Minute. Bedient wird er über einen Drehregler mit Farbdisplay, Düse, Tropfschale und Tasten sind mit dem antimikrobiellen Zusatz BioCote ausgestattet. Es gibt ihn als Tischgerät und als Standgerät.
Für die Auswahl zählt nicht nur die Entkeimung, sondern auch die Leistung pro Stunde, die Wasserarten und der Platz. Ob ein Tischgerät oder ein Standgerät besser passt, hängt von Nutzerzahl und Aufstellort ab. Grundlagen zur Filtertechnik vor der UV-Stufe finden Sie auf der Seite Wasserspender mit Filter.
UV-C ist ein physikalisches Verfahren mit klaren Grenzen. Wer sie kennt, plant die übrigen Hygienemaßnahmen richtig.
Daraus folgt eine einfache Regel. UV-C senkt das Risiko deutlich, ersetzt aber keinen Hygieneplan. Welche Hygieneaufgaben bei Festwassergeräten im Alltag bleiben, beschreibt der Ratgeber Hygiene bei leitungsgebundenen Wasserspendern.
Berechnen Sie im Preisrechner in wenigen Schritten, welche Monatsrate für Ihre Mitarbeiterzahl und Ihre Hygieneanforderungen realistisch ist.
Ein UV-System ist nur so gut wie seine Wartung. Culligan nennt in seinen Servicepaketen je nach Umfang Filterwechsel, Desinfektion und den Tausch des UV-C-Leuchtmittels. Laut Culligan FAQ muss die UV-C-Einheit einmal im Jahr ausgetauscht werden, dieser Tausch ist kostenpflichtig. Die übrige Wartung mit Desinfektion und Filterwechsel führen die Techniker laut Culligan alle sechs Monate durch, bei Miete ist sie enthalten. Klären Sie deshalb im Angebot, ob der UV-Tausch in der Rate steckt oder separat berechnet wird, und vereinbaren Sie ihn beim Kauf ausdrücklich im Wartungsvertrag.
Unabhängig von der Technik empfiehlt das Gesundheitsamt des Landkreises Marburg-Biedenkopf in seinen Hinweisen zum hygienischen Betrieb von Getränkespendern, Stand Februar 2026, für leitungsgebundene Geräte eine tägliche Wischreinigung von Gehäuse und Auslauf, eine Reinigung und Desinfektion des gesamten Spenders viertel- bis halbjährlich und eine mikrobiologische Untersuchung nach der Inbetriebnahme und danach mindestens jährlich. Der Filterwechsel richtet sich nach Literleistung und Monaten, mehr dazu im Beitrag Wasserfilter im Wasserspender reinigen und wechseln. Wie ein vollständiger Wartungstermin abläuft, zeigt der Ratgeber Wasserspender Wartung.
Lassen Sie sich im Wartungsprotokoll bestätigen, wann das UV-Leuchtmittel zuletzt getauscht wurde und wann der nächste Tausch fällig ist.
Der Aufpreis für UV-Technik lohnt sich vor allem dort, wo viele Menschen das Gerät nutzen oder wo Nutzer besonders empfindlich sind. Das Bundesinstitut für Risikobewertung nennt Menschen mit schwächerem Immunsystem wie Kranke, Ältere und Kinder als besonders gefährdete Gruppen.
Patienten mit geschwächter Abwehr, hohe Hygienestandards und Begehungen machen eine zusätzliche Barriere sinnvoll.
Pseudomonas aeruginosa ist hier ein bekannter Problemkeim, UV am Auslauf setzt genau dort an.
Kinder berühren Auslauf und Tasten häufig, die Auslaufbestrahlung reduziert dieses Risiko.
Bei hoher Frequenz zählt jede Barriere gegen Kreuzkontamination zwischen Nutzern.
In kleinen Büros mit wenigen Nutzern und konsequenter Wartung kann auch ein Gerät ohne UV-Stufe hygienisch einwandfrei laufen. Dann sollten aber Spülfunktion, Filterwechsel und Reinigung umso verlässlicher organisiert sein.
Hersteller weisen den Aufpreis für UV-Technik in der Regel nicht separat aus. Die Geräte liegen innerhalb des allgemeinen Marktkorridors für leitungsgebundene Wasserspender, bei UV-Modellen eher im mittleren bis oberen Bereich. Laut unserer Auswertung öffentlicher Preisangaben, Stand September 2026, kostet ein Festwassergerät je Entnahmestelle für bis zu 20 Arbeitsplätze etwa 30 bis 146 Euro im Monat zur Miete oder 500 bis 1.500 Euro im Kauf, für 21 bis 60 Arbeitsplätze 90 bis 300 Euro im Monat oder 1.000 bis 4.000 Euro im Kauf, jeweils ohne Umsatzsteuer.
Culligan nennt in seinen FAQ eine Versorgung ab 1,90 Euro pro Tag, ob netto oder brutto, ist dort nicht angegeben. Beim Kauf kommen ohne Servicevertrag Wartungskosten von etwa 210 bis 380 Euro im Jahr hinzu, dazu gegebenenfalls das UV-Leuchtmittel. Einen Überblick über Gerätetypen bietet die Seite Wasserspender mit Festwasseranschluss, eigene Werte berechnen Sie im Preisrechner für Wasserspender.
Mit diesen Fragen klären Sie im Angebotsgespräch, ob das UV-System zu Ihrem Betrieb passt und was im Preis enthalten ist.
Fragen Sie außerdem, ob der Anbieter die mikrobiologische Untersuchung organisiert oder ob Sie dafür ein Labor beauftragen. Weitere Hygienefunktionen wie Spülung und berührungslose Ausgabe beschreibt der Beitrag Wasserspender mit Hygienespülung und weiteren Schutzfunktionen.
Ein leitungsgebundener Wasserspender von Culligan, ehemals Waterlogic, mit UV-C-Kammer, die das Wasser bis zur Auslaufdüse bestrahlt. Die Düse selbst liegt ebenfalls im UV-Bereich, damit Keime von außen nicht ins Gerät gelangen.
UV-Licht hinterlässt keine Rückstände im Wasser und verändert Geschmack und Mineralien nicht. Die Wirksamkeit gegen Bakterien ist laut Hersteller zertifiziert, maßgeblich bleibt aber die regelmäßige Wartung und Kontrolle im Betrieb.
Nein. UV-Licht wirkt nur im bestrahlten Bereich und hat keine Depotwirkung. Gehäuse, Tropfschale und Bedienfeld müssen weiter täglich gereinigt werden, das gesamte Gerät viertel- bis halbjährlich nach Herstellerangaben.
Laut Culligan liefert der C7 Firewall fünf Wasserarten von ungekühlt bis extra heiß, kühlt mit Eisbad und gibt 1,8 Liter pro Minute aus. Kontaktflächen sind mit BioCote ausgestattet, das Gerät gibt es als Tisch- und Standgerät.
Bei Culligan muss die UV-C-Einheit laut FAQ einmal im Jahr getauscht werden, der Tausch ist kostenpflichtig. Bei anderen Herstellern gilt die Vorgabe der Anleitung, lassen Sie sich Datum und nächsten Termin im Wartungsprotokoll bestätigen.
UV-C inaktiviert auch Viren, weil es deren Erbgut schädigt. Waterlogic nennt für Firewall Laborwerte von 99,99 Prozent bei Viren, die nötige Dosis ist bei manchen Viren aber höher als bei Bakterien.
Ja, BWT setzt laut eigener Angabe bei den Modellen AQA drink Pro 20 und Pro 60 eine UV-LED-Desinfektion ein. LEDs enthalten kein Quecksilber und sind sofort betriebsbereit.
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