Start » Wasserspender Vergleich » Wissen rund um Wasserspender » Wasserspender mit Hygienespülung, Beschichtung und berührungsloser Bedienung
Ein Wasserspender mit Hygienespülung tauscht das Wasser in Leitungen und Gerät automatisch aus, wenn längere Zeit niemand zapft, und verhindert so, dass sich in stehendem Wasser Keime vermehren. Die Spülung ist eine von vier Hygienefunktionen, die moderne leitungsgebundene Geräte bieten, daneben gibt es thermische oder UV-gestützte Auslaufdesinfektion, antimikrobielle Oberflächen und die berührungslose Ausgabe. Jede Funktion setzt an einer anderen Keimquelle an, keine ersetzt die Wartung. Dieser Ratgeber zeigt, was die Funktionen leisten, wo ihre Grenzen liegen und welche Kombination für Büro, Praxis, Schule oder Kantine sinnvoll ist.
Keime gelangen auf zwei Wegen in einen Wasserspender. Entweder vermehren sie sich im Inneren, wenn Wasser lange steht und warm wird, oder sie kommen von außen über Hände, Niesen, Becher und Flaschenhälse an den Auslauf. Die Hygienefunktionen der Hersteller lassen sich danach ordnen, welchen der beiden Wege sie blockieren. Einen Überblick über alle Keimquellen gibt der Ratgeber Hygiene beim Wasserspender.
| Funktion | Wirkt gegen | Grenzen | Beispiele laut Anbieter |
|---|---|---|---|
| Automatische Hygienespülung | Stagnation im Gerät und in der Anschlussleitung | Braucht Abfluss oder Auffang, kostet etwas Wasser | BRITA PureProtect, Kärcher WPD, Aquadona Kaskade |
| Thermische Auslaufdesinfektion | Keime von außen am Auslauf | Behandelt den Auslauf, nicht das ganze Wasser | BRITA Thermal Gate, Kärcher Thermo!Secure, SWM Thermotap |
| UV-C oder UV-LED | Keime im Wasserweg und an der Düse | Kein Filter, keine Depotwirkung | Culligan Firewall, BWT AQA drink Pro, EauVation |
| Antimikrobielle Oberfläche | Bewuchs auf Kontaktflächen | Wirkt langsam, ersetzt keine Reinigung | BioCote bei Culligan Modellen |
| Berührungslose oder geschützte Ausgabe | Kontakt von Händen und Gefäßen mit dem Auslauf | Bedienung muss im Alltag funktionieren | Culligan C8 Firewall, EauVation Berührschutz, Grünbeck sodajet Public |
Viele Geräte kombinieren mehrere Funktionen. Für die Auswahl ist wichtiger, dass beide Keimwege abgedeckt sind, als möglichst viele Funktionen auf dem Datenblatt.
Stagnation ist das größte Hygienerisiko bei Festwassergeräten. Steht Wasser über das Wochenende oder die Ferien in Leitung und Gerät, erwärmt es sich auf Raumtemperatur, und Bakterien bilden einen Biofilm an den Innenwänden. Das Gesundheitsamt des Landkreises Marburg-Biedenkopf fordert deshalb in seinen Hinweisen zum hygienischen Betrieb von Getränkespendern, Stand Februar 2026, einen vollständigen Austausch des Leitungsvolumens der Anschlussleitung mindestens alle 72 Stunden.
Eine Hygienespülung erledigt das automatisch. Das Gerät öffnet nach einer eingestellten Ruhezeit ein Ventil und spült frisches Wasser durch die wasserführenden Teile in den Abfluss oder einen Auffangbehälter. BRITA beschreibt für seine Funktion PureProtect eine Zirkulation durch sämtliche Leitungen, deren Häufigkeit sich dem Nutzungsverhalten anpasst, und nennt bei Stillstand über 48 Stunden 99 Prozent weniger Keim- und Bakterienansammlung. Aquadona gibt für den Festwasserspender Kaskade an, dass er regelmäßig selbst spült, um Stagnationswasser zu reduzieren.
Fehlt die Funktion, muss jemand im Betrieb nach Wochenenden und Feiertagen von Hand spülen, indem er Wasser aus allen Wasserarten ablaufen lässt, bis es spürbar kalt ist. Das klappt erfahrungsgemäß nur mit festem Plan und Zuständigkeit.
Ein Wasserspender mit Spülsystem braucht eine passende Installation. Je nach Gerät führt das Spülwasser in einen Abwasseranschluss, in die Tropfschale mit Ablauf oder in einen Behälter, der geleert werden muss. Klären Sie das vor dem Einbau, denn ein Abwasseranschluss lässt sich später oft nur mit Aufwand nachrüsten. Was bei der Planung des Anschlusses zählt, beschreibt die Seite Wasserspender mit Festwasseranschluss.
Der Wasserverbrauch der Spülung ist gering im Vergleich zum hygienischen Nutzen. Er fällt außerdem nur an, wenn das Gerät nicht ohnehin genutzt wird.
Der Auslauf ist die Stelle, an der Umwelt und Wasserweg aufeinandertreffen. Fachleute sprechen von retrograder Verkeimung, wenn Keime von hier aus rückwärts ins Gerät wandern. Thermische Verfahren erhitzen den Auslaufhahn regelmäßig so stark, dass Mikroorganismen dort absterben. BRITA gibt für Thermal Gate an, dass der Hahn alle 120 Minuten automatisch auf über 125 Grad Celsius erhitzt wird, auch nachts und am Wochenende.
Kärcher setzt bei der Baureihe WPD die automatische thermische Desinfektion Thermo!Secure ein und ergänzt sie um GermLock, das laut Hersteller mechanisch verhindert, dass Keime über den Auslass eindringen. Die Stadtwerke München bieten für die M-Wasserbar in Kliniken und Pflegeheimen ein Hygiene Solution System mit Sterilfilter und thermischer Desinfektion des Auslaufhahns an. Der Vorteil thermischer Lösungen ist, dass keine Chemie und kein Leuchtmittel nötig ist. Sie behandeln aber in der Regel nicht das Wasser im Gerät, dafür braucht es Spülung, Filter oder UV.
BioCote ist ein Zusatz mit Silberionen, der bei der Herstellung in Kunststoffteile eingearbeitet wird. Bei Culligan Modellen wie dem C7 Firewall sitzt er laut Hersteller an Düse, Tropfschale und Tasten. Waterlogic gibt an, dass BioCote das Wachstum mancher Bakterien und Schimmelpilze innerhalb von zwei Stunden um bis zu 99,5 Prozent hemmt.
Wichtig ist der Hinweis, den der Hersteller selbst gibt. BioCote schützt Nutzer nicht vor Krankheitserregern und ist ausdrücklich kein Ersatz für gute Hygiene und Reinigung. Die Wirkung ist langsam und betrifft nur die Oberfläche, nicht das Wasser. Ein BioCote Wasserspender ist deshalb sinnvoll als Ergänzung an stark berührten Flächen, die Tropfschale muss trotzdem täglich geleert und gereinigt werden.
Ein kontaktloser Wasserspender startet die Ausgabe über einen Sensor, sobald ein Gefäß oder eine Hand in den Erfassungsbereich kommt. Damit entfällt die Taste, die sonst von allen Nutzern berührt wird. Culligan bewirbt den C8 Firewall als berührungsloses Gerät mit bis zu fünf Wasseroptionen, Borg & Overström nennt für einige Geräte die Sensorbedienung SensorBeam, und Aquadona bietet kontaktlose Bedienung für Wasserspender und Trinkbrunnen an.
Ebenso wichtig wie die Taste ist der Auslauf selbst. Das Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt Geräte ohne frei zugänglichen Auslaufhahn, besonders wo Kinder die Geräte nutzen. EauVation nennt einen Berührschutz am Auslaufhahn als Serienausstattung, Grünbeck baut den sodajet Public mit verdecktem Auslauf. Für Flaschenbefüllung sollte der Auslauf so hoch sitzen, dass Flaschenhälse ihn nicht berühren.
Sensoren können durch Reinigungstücher oder vorbeigehende Personen auslösen. Gute Geräte begrenzen deshalb die Ausgabemenge, die Kaskade von Aquadona stoppt den Wasserfluss laut Hersteller nach 20 Sekunden. Für die Reinigung brauchen Sensorgeräte einen Reinigungsmodus, damit beim Wischen kein Wasser läuft.
Ein automatischer Wasserspender überwacht sich zunehmend selbst. Aquadona beschreibt für die Kaskade ein Hygienemonitoring, über das Betreiber Temperatur, Nutzung und Durchfluss sehen und Berichte herunterladen können. BWT nennt für die AQA drink Geräte eine Überwachung der Filterkapazität und je nach Modell eine integrierte oder optionale IoT-Anbindung. Solche Funktionen machen Hygiene messbar und erinnern rechtzeitig an Filterwechsel und Wartung.
Für Betriebe mit mehreren Standorten oder vielen Geräten lohnt sich die Fernüberwachung besonders, weil Störungen und Spülvorgänge zentral sichtbar sind. Welche Möglichkeiten vernetzte Geräte bieten, zeigt der Beitrag Wasserspender mit App.
Vergleichen Sie im Preisrechner Monatsraten für Geräte mit und ohne Zusatzfunktionen passend zu Ihrer Mitarbeiterzahl.
Neben Spülung und Hitze setzen einige Hersteller auf UV-C-Licht. Es inaktiviert Bakterien und Viren im Wasserweg und, je nach Bauart, auch an der Düse. Culligan gibt für die Firewall Technologie eine zertifizierte 8-Log-Reduktion von Pseudomonas aeruginosa an, BWT setzt bei den Modellen Pro 20 und Pro 60 auf UV-LEDs, und EauVation baut eine UV-C-Lampe am Wasserausgang ein.
UV und Spülung ergänzen sich. Die Spülung verhindert, dass sich in Leitungen ein Biofilm bildet, das UV-Licht behandelt das Wasser kurz vor der Ausgabe. Funktionsweise, Prüfergebnisse und Wartung beschreibt der Ratgeber Firewall Wasserspender und UV-C.
Die passende Ausstattung hängt von Nutzerzahl, Nutzergruppen und Betriebszeiten ab. Diese Orientierung hilft bei der Auswahl.
Thermische oder UV-Auslaufdesinfektion plus Spülung, das BfR empfiehlt in medizinischen Einrichtungen leitungsgebundene Systeme.
Hygienespülung für Ferien und Wochenenden, verdeckter Auslauf und robuste Sensorbedienung.
Spülung für Wochenenden, bei vielen Nutzern berührungslose Ausgabe, Monitoring für mehrere Etagen.
Hoher Durchsatz reduziert Stagnation, wichtig sind Auslaufschutz und leicht zu reinigende Flächen.
Alle beschriebenen Funktionen senken das Risiko, keine macht die tägliche Pflege und die regelmäßige Wartung überflüssig. Das Gesundheitsamt Marburg-Biedenkopf empfiehlt für leitungsgebundene Spender unabhängig von der Ausstattung diese Aufgaben.
Filter müssen nach Literleistung oder spätestens nach der vom Hersteller genannten Zeit getauscht werden, der Ablauf steht im Beitrag Wasserfilter reinigen und wechseln. Was im Alltag mit Festwassergeräten und Gallonen zu beachten ist, zeigt der Ratgeber Hygiene bei leitungsgebundenen Wasserspendern.
Fragen Sie im Angebot gezielt nach den Hygienefunktionen und lassen Sie sich zeigen, wie sie im Gerät eingestellt werden.
Ein Gerät, das nach einer Ruhezeit automatisch frisches Wasser durch Leitungen und Gerät spült. So steht kein Wasser tagelang im System, und Keime haben weniger Gelegenheit, sich zu vermehren.
Das Gesundheitsamt Marburg-Biedenkopf empfiehlt einen vollständigen Wasseraustausch der Anschlussleitung mindestens alle 72 Stunden. Eine automatische Spülung lässt sich so einstellen, dass sie diesen Takt auch an Wochenenden und in den Ferien einhält.
BioCote hemmt laut Hersteller das Wachstum mancher Bakterien und Schimmelpilze auf Düse, Tropfschale und Tasten. Es schützt aber nicht vor Krankheitserregern im Wasser und ersetzt die tägliche Reinigung nicht.
Ein Sensor erkennt ein Gefäß oder eine Hand und startet die Ausgabe ohne Tastendruck. Gute Geräte begrenzen die Ausgabemenge und haben einen Reinigungsmodus, damit beim Wischen kein Wasser läuft.
Er vermeidet Kontakt an der Taste, die von allen Nutzern berührt wird. Ebenso wichtig ist ein Auslauf, den Hände und Flaschenhälse nicht erreichen, das empfiehlt auch das Bundesinstitut für Risikobewertung.
Nein. Automatische Wasserspender erledigen Spülung, Desinfektion des Auslaufs oder Überwachung selbst, Filterwechsel, Reinigung, Desinfektion und Wartung bleiben aber in den gleichen Intervallen nötig.
Das hängt vom Gerät ab. Manche spülen in einen Abwasseranschluss, andere in eine Tropfschale mit Ablauf oder einen Behälter, der geleert werden muss. Klären Sie das vor der Installation.
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