Start » Wasserspender Vergleich » Wissen rund um Wasserspender » Wasserspender Zertifikate und DIN EN 1717, wie der Rückflussschutz gesichert wird
Für Wasserspender Zertifikate gibt es kein einzelnes Pflichtsiegel, sondern mehrere Nachweise, die zusammen belegen, dass Gerät und Anschluss sicher sind. Den wichtigsten Teil regelt die Norm DIN EN 1717, sie schreibt vor, wie Trinkwasserleitungen gegen Rückfließen aus angeschlossenen Geräten gesichert werden. Dazu kommen die CE-Kennzeichnung des Geräts, Zertifikate für Bauteile, die mit Trinkwasser in Kontakt kommen, und Hygieneprüfungen der Hersteller. Dieser Ratgeber erklärt die Flüssigkeitskategorien, die passenden Sicherungsarmaturen und die Unterlagen, die Sie bei Kauf, Miete und Installation verlangen sollten.
Ein Wasserspender ist ein Elektrogerät, das Lebensmittel abgibt und an die Trinkwasserinstallation angeschlossen wird. Deshalb greifen drei Ebenen von Nachweisen. Für das Gerät als Ganzes ist die CE-Kennzeichnung Pflicht. Damit erklärt der Hersteller, dass das Gerät die EU-Vorgaben etwa zur elektrischen Sicherheit und elektromagnetischen Verträglichkeit erfüllt. Für den Anschluss zählen Sicherungsarmatur, Schläuche und Ventile, die für Trinkwasser geeignet sein müssen. Für die Hygiene im Gerät liefern viele Hersteller mikrobiologische Prüfberichte unabhängiger Institute.
Ein Siegel, das alles auf einmal bestätigt, gibt es nicht. Fragen Sie deshalb gezielt nach den Unterlagen für jede Ebene. Seriöse Anbieter legen sie auf Anfrage vor oder liefern sie mit dem Wartungsprotokoll. Wie Wasserspender grundsätzlich aufgebaut sind, zeigt der Ratgeber Wasserspender Systeme im Überblick.
Die europäische Norm DIN EN 1717 regelt den Schutz des Trinkwassers vor Verunreinigungen durch Rückfließen. Rückfließen entsteht, wenn in einer Leitung kurzzeitig Unterdruck herrscht, etwa bei einem Rohrbruch, oder wenn in einem angeschlossenen Gerät höherer Druck als im Netz entsteht. Ohne Sicherung könnte dann Wasser aus dem Gerät, womöglich mit Kohlensäure, Reinigungsmitteln oder Keimen, zurück in die Hausleitung gelangen und andere Entnahmestellen erreichen.
In Deutschland ergänzt die DIN 1988-100 die europäische Norm. Beide gehören zu den allgemein anerkannten Regeln der Technik, die die Trinkwasserverordnung in § 13 verlangt. § 13 Absatz 3 schreibt zudem vor, dass Wasserversorgungsanlagen nur mit einer Sicherungseinrichtung nach den Regeln der Technik mit Nichttrinkwasseranlagen verbunden werden dürfen. Wo die Trinkwasserverordnung am Wasserspender endet, erklärt der Ratgeber Wasserspender und Trinkwasserverordnung.
Kern der Norm ist die Einteilung in fünf Flüssigkeitskategorien. Je höher die Kategorie, desto stärker muss die Sicherung sein. Die Tabelle fasst die Kategorien und typische Armaturen zusammen, wie sie Armaturenhersteller in ihren Planungsunterlagen darstellen.
| Kategorie | Beschreibung | Typische Sicherung |
|---|---|---|
| 1 | Trinkwasser direkt aus der Trinkwasserinstallation | keine Absicherung nötig |
| 2 | keine Gesundheitsgefährdung, etwa Trinkwasser mit verändertem Geschmack, Geruch, Farbe oder Temperatur | prüfbarer Rückflussverhinderer Typ EA |
| 3 | Gesundheitsgefährdung durch weniger giftige Stoffe | Systemtrenner Typ CA |
| 4 | Gesundheitsgefährdung durch giftige, radioaktive, mutagene oder krebserregende Stoffe | Systemtrenner Typ BA |
| 5 | Gesundheitsgefährdung durch Krankheitserreger | freier Auslauf Typ AA oder AB |
Gekühltes oder erhitztes Trinkwasser fällt typischerweise unter Kategorie 2, weil sich nur die Temperatur ändert. Sobald Zusätze ins Spiel kommen, kann die Einstufung steigen. Die verbindliche Zuordnung trifft der Fachbetrieb anhand von Norm und Herstellerangaben.
Die Norm ordnet die Sicherungsarmaturen in Familien. Familie A steht für den freien Auslauf, B für kontrollierbare und C für nicht kontrollierbare Trennung, D für atmosphärische Belüftung, E für Rückflussverhinderer, H für Belüfter an Schlauchanschlüssen und L für druckbeaufschlagte Belüfter. Der Buchstabe dahinter bezeichnet den Typ, aus EA wird so ein kontrollierbarer Rückflussverhinderer, aus CA ein Systemtrenner mit unterschiedlichen nicht kontrollierbaren Druckzonen. Für Ihre Unterlagen genügt es, Typ und Kategorie im Protokoll wiederzufinden.
Für den Trinkwasseranschluss eines Wasserspenders hängt die Sicherung von der Ausstattung ab. In der Schutzmatrix gängiger Herstellerunterlagen zur DIN EN 1717 werden Getränkeautomaten ohne Zugabe von Zutaten oder CO2 der Kategorie 2 zugeordnet. Geräte, bei denen Kohlensäure oder Zutaten in den Zulauf gelangen können, stehen dort in einer höheren Kategorie und brauchen eine stärkere Sicherung, etwa einen Systemtrenner.
Viele Hersteller bauen Rückflussverhinderer oder Sicherungsblöcke bereits in das Gerät ein. Ob das genügt oder eine zusätzliche Armatur in der Zuleitung nötig ist, steht in der Einbauanleitung. Prüfen Sie das besonders bei einem Wasserspender mit Kohlensäure und bei Geräten mit Geschmackszusätzen. Wer nur stilles und gekühltes Wasser zapft, kommt meist mit der einfacheren Sicherung aus.
Meist Kategorie 2, Rückflussverhinderer Typ EA
Höhere Einstufung möglich, Herstellervorgabe prüfen
Temperaturänderung, Einstufung laut Einbauanleitung
Der Anschluss an die Frischwasserleitung ist Sache eines Fachbetriebs. Nach § 12 der Verordnung über Allgemeine Bedingungen für die Versorgung mit Wasser dürfen die Anlage hinter dem Hausanschluss nur das Wasserversorgungsunternehmen oder ein in ein Installateurverzeichnis eingetragenes Installationsunternehmen errichten oder wesentlich verändern. Auch das Umweltbundesamt rät, Arbeiten an der Trinkwasserinstallation nur Fachbetrieben zu überlassen.
Welche Anschlussarten es gibt, zeigt der Ratgeber Anschlussarten für Wasserspender, wie der Einbau abläuft, der Beitrag Wasserspender Einbau.
Rund um die Wasserspender Zertifizierung begegnen Ihnen verschiedene Zeichen. Nicht jedes ist Pflicht, und nicht jedes sagt etwas über Hygiene aus. Die Tabelle ordnet die häufigsten Nachweise ein.
| Nachweis | Was er belegt | Pflicht oder freiwillig |
|---|---|---|
| CE-Kennzeichnung mit Konformitätserklärung | Erfüllung der EU-Vorgaben, etwa zu elektrischer Sicherheit | Pflicht für das Gerät |
| Zertifikat eines akkreditierten Zertifizierers für Trinkwasserprodukte, etwa mit DVGW-Zeichen | Eignung von Werkstoffen nach Bewertungsgrundlagen des Umweltbundesamts | begründet Konformitätsvermutung nach § 16 TrinkwV |
| GS-Zeichen | geprüfte Sicherheit durch eine unabhängige Stelle | freiwillig |
| Erklärung zu Lebensmittelkontaktmaterialien | Eignung wasserberührter Teile im Gerät | vom Hersteller anfordern |
| Mikrobiologischer Prüfbericht eines Instituts | Wirksamkeit von Filter oder Hygienefunktion | freiwillig, Herstellerangabe |
Bei Hygieneangaben lohnt ein genauer Blick. Culligan nennt für die Firewall UV-C Technologie eine zertifizierte 8-Log-Reduktion von Pseudomonas aeruginosa, Grünbeck lässt die sodajet Geräte laut eigener Angabe extern mikrobiologisch prüfen. Fragen Sie nach Prüfinstitut, Prüfnorm und Datum. Mehr zu UV-Systemen lesen Sie im Ratgeber UV-C am Wasserspender.
Ob Kauf, Miete oder Leasing, mit den richtigen Unterlagen sichern Sie sich gegenüber Gesundheitsamt, Vermieter und Versicherung ab. Bitten Sie Anbieter und Installateur schon im Angebot um diese Dokumente. Die SWM M-Wasserbar nennt etwa eine Gefährdungsbeurteilung nach Betriebssicherheitsverordnung bei Inbetriebnahme, solche Leistungen sollten im Angebot ausdrücklich stehen.
Im Preisrechner wählen Sie Anschlussart, Wassersorten und Servicewunsch und sehen, welche Monatskosten für Ihren Betrieb realistisch sind.
Eine Sicherungsarmatur schützt nur, wenn sie funktioniert. Die Norm DIN EN 806-5 legt für Betrieb und Wartung von Trinkwasserinstallationen Inspektions- und Wartungsintervalle fest. Systemtrenner werden dabei häufiger kontrolliert als einfache Rückflussverhinderer. Lassen Sie sich die konkreten Intervalle vom Fachbetrieb nennen und nehmen Sie sie in den Wartungsvertrag auf.
Bei Mietgeräten mit Full Service ist die Prüfung der gerätebezogenen Sicherung oft Teil der regelmäßigen Wartung. Welltec nennt zum Beispiel eine halbjährliche Wartung mit Filterwechsel. Armaturen in der Hausinstallation, etwa ein Systemtrenner vor dem Gerät, gehören dagegen häufig zur Gebäudetechnik. Klären Sie, wer welche Armatur prüft. Mehr zu Intervallen erfahren Sie im Ratgeber Wasserspender Wartung.
Diese Angaben sollte jedes Protokoll enthalten.
Ein Gallonen-Wasserspender ist nicht an die Trinkwasserleitung angeschlossen, deshalb spielt DIN EN 1717 für ihn keine Rolle. Wichtig sind hier CE-Kennzeichnung, Materialeignung und die Qualität des abgefüllten Wassers, das in der Regel unter die Mineral- und Tafelwasser-Verordnung fällt. Fragen Sie den Lieferanten nach Angaben zu Abfüllung, Haltbarkeit und Rücknahme der Gallonen.
Mobile Geräte mit Wassertank, wie sie Coffee Perfect als Alternative ohne Festwasseranschluss nennt, werden ebenfalls ohne Leitungsanschluss betrieben. Hier tragen Sie die Verantwortung für Befüllung mit Trinkwasser und die Reinigung des Tanks. Legen Sie fest, wer den Tank füllt, wie oft er geleert und gereinigt wird und woher das Füllwasser stammt. Ein Gerät mit Tank, das über Tage nicht genutzt wird, sollte vor der nächsten Nutzung entleert und gespült werden.
Viele Probleme entstehen nicht im Gerät, sondern bei Installation und Betrieb. Vermeiden Sie diese Fehler, dann sind die meisten Anforderungen bereits erfüllt.
Wenn Sie Gastronomie oder Kantine betreiben, kommen Pflichten aus dem Lebensmittelrecht hinzu. Sie sind im Ratgeber HACCP am Wasserspender beschrieben.
Pflicht ist die CE-Kennzeichnung des Geräts. Für Bauteile im Kontakt mit Trinkwasser sollten Zertifikate eines akkreditierten Zertifizierers vorliegen, etwa mit DVGW-Zeichen. Hygieneprüfberichte und das GS-Zeichen sind freiwillige, aber hilfreiche Nachweise.
Ein einheitliches Hygienesiegel für Wasserspender gibt es nicht. Hersteller lassen Filter und Desinfektionsfunktionen von Instituten prüfen und nennen Ergebnisse wie Keimreduktionen. Fragen Sie nach Prüfinstitut, Prüfnorm und Datum.
Geräte, die Trinkwasser nur kühlen oder erhitzen, werden meist Kategorie 2 zugeordnet. Kommen CO2 oder Zutaten in den Zulauf, kann eine höhere Kategorie mit Systemtrenner nötig sein. Die Einstufung trifft der Fachbetrieb anhand der Einbauanleitung.
Errichtung und wesentliche Änderungen der Anlage hinter dem Hausanschluss sind laut AVBWasserV dem Wasserversorger oder eingetragenen Installationsunternehmen vorbehalten. Beauftragen Sie deshalb einen Fachbetrieb, viele Anbieter übernehmen das mit.
Laut Marktkorridor kostet die Erstinstallation etwa 150 bis 300 Euro ohne Umsatzsteuer. Liegt keine Leitung in der Nähe oder ist eine zusätzliche Sicherungsarmatur nötig, kann es teurer werden. Bei Mietmodellen ist die Installation oft im Paket enthalten.
Die Intervalle ergeben sich aus DIN EN 806-5 und den Herstellerangaben, Systemtrenner werden häufiger kontrolliert als Rückflussverhinderer. Nehmen Sie die Prüfung in den Wartungsvertrag auf und dokumentieren Sie jedes Ergebnis.
Nein, ein Gallonengerät ist nicht an die Trinkwasserleitung angeschlossen. Wichtig sind CE-Kennzeichnung, geeignete Materialien und die Qualität des abgefüllten Wassers.
Geben Sie Ihren Bedarf an und erhalten Sie kostenlos Angebote passender Anbieter.
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